Filmfestival in Bonn am 18.11.2009

Posted 20. November 2009 by uebermonsanto
Categories: Berichte vom Filmfestival

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An diesem schönen Mittwoch stand der Film Monsanto – mit Gift und Genen zum ersten Mal auf dem Programm des Filmfestivals „ueber macht“ im Rex-Lichtspieltheater in Bonn.

Neben dem INKOTA-Netzwerk war auch die AG Gentechnik der Attac-Gruppe Bonn vertreten, sowie mehrere Unterstützer der lokalen Greenpeace-Gruppe, die zudem einen ausführlichen Info-Stand vorbereitet hatten und ihren vor kurzem herausgegebenen  Gentechnik-Ratgeber 2009 verteilten. Schon eine Viertelstunde vor Beginn des Films drängten sich zwischen 100-120 Interessierte in den Vorraum des Kinos und warteten geduldig auf den Einlass. Diskutiert wurde ebenfalls schon und der Film ließ noch mehr Fragen aufkommen…

So blieb im Anschluss der Filmvorführung mehr als die Hälfte der Zuschauer zur Diskussion und stellten eifrig Fragen, bis fast tief in die Nacht.

Von dem zum Teil sehr fachkundigem Publikum kamen zunächst gezielte Fragen zu dem im Film gezeigten Monsanto-Herbizid Roundup und inwieweit dieses zu Umweltbelastungen führt und wie dabei die staatliche Kontrolle z.B. in Deutschland aussieht. Nach dem Hinweis auf Resistenzen, die sich gegen Roundup mittlerweile bei Wildkräutern gebildet haben, wurden dann zunehmend Fragen bezüglich anderer Themen beantwortet: Könne man denn mit Gentechnik zur Bekämpfung des Welthungers beitragen? (klare Antwort: NEIN) oder Welche Beziehungen hat Monsanto zu deutschen bzw. europäischen Kontroll- und Zulassungsbehörden?

Auch die entwicklungspolitische Bedeutung von Patenten, die mit der Gentechnik verbunden sind und Kleinbauern in eine starke Abhängigkeit bringen, wurde angesprochen, angesichts des kürzlich zu Ende gegangenen Welternährungsgipfel nicht unwichtig.

Letztendlich zeigte die Diskussion aber immer wieder die Bedeutung dieses Festivals ganz deutlich: Das Aufzeigen von Machtstrukturen, das Hinterfragen dieser und das Diskutieren über Wege, was man anders machen kann. Und da gibt es im Bereich der Gentechnik sehr viele Ansatzmöglichkeiten… – der Ratgeber von Greenpeace, Unterschriftaktionen, das Nachfragen bei Unternehmen und Lebensmittelkonzernen, das Unterstützen entwicklungspolitischer Projekte und nicht zu vergessen der Druck auf die Politiker.

Viele Möglichkeiten und noch viel zu tun…

Für die hervorragende Organisation und Werbung, Vielen Danke an die Organisatoren des Festivals, sowie den Vertretern von Greenpeace und Attac.

INKOTA-Referent Markus Schwarz

Der Film wird übrigens am Samstag (21.11.) um 15Uhr noch einmal gezeigt – wiederum mit einer Diskussionsveranstaltung im Anschluss.

Filmfestival in Braunschweig am 04.09.2009

Posted 10. November 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Berichte vom Filmfestival

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Am 4. September 2009 stand die Braunschweiger Greenpeace Gruppe im Cinemaxx Braunschweig, um als Filmpartner für den Dokumentarfilm Monsanto- Mit Gift und Genen

Auskunft und Informationsmaterial an alle Filmbesucher auszugeben. Die Dokumentation der Französin Marie Monique Robin war Teil des Filmfestes uebermacht und deckt die Machenschaften des amerikanischen Gentech-Riesen Monsanto auf, der seit Jahren hochgiftige Pestizidmittel auf den Markt bringt.

Neben weiteren Gruppen aus Braunschweig wie den Ökoscouts wurde mit  Info-Ständen, Bannern und Luftballons auf das Thema aufmerksam gemacht. Nach dem Film hatten die zahlreichen Besucher die Möglichkeit, bei Häppchen und Getränken ins Gespräch (und in Diskussionen) zu kommen.

 

Audrey Duval,

Greenpeace Gruppe Braunschweig

Rückschlag im Kampf gegen Gentechnik

Posted 6. November 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Gentechnik in Deutschland, Monsanto

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maisEU erlaubt Einfuhr von neuen Genmais-Sorten

Nachdem in der Abstimmung des EU-Agrarministerrates Mitte Oktober keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen die Einfuhr von drei neuen Genmais-Sorten in der Abstimmung zustande gekommen war, hat die EU-Kommission nun grünes Licht für die Einfuhr von drei Genmais-Sorten gegeben. Es handelt sich dabei um die Maislinien MON88017, MON89034 von Monsanto und 59122xNK603 von Pioneer, die alle gegen bestimmte Schädlinge immun sind und die in den USA angebaut wird. Die USA sind somit auch größter Profiteur der neuen Einfuhrregelung. Künftig werden damit auch Maisimporte in die 27 EU-Mitgliedsländer erlaubt sein, die „zufällige, technisch unvermeidbare“ Beimischungen der drei Maislinien bis zur Obergrenze von 0,9 Prozent aufweisen. Für nicht in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) gilt weiterhin die Nulltoleranz.

Befürworter der Einfuhr von getechnisch veränderten Mais argumentieren, dass es zu massiven Preissteigerungen und Futtermittelnotständen kommen würde, wenn die EU an einem Verbot vder Einfuhr festgehalten hätte. Dieses Argument zeigt sich jedoch nach derzeitigen Recherchen längst nicht haltbar und kann leicht anhand einfacher Statistiken entkräftet werden.

Die EU knickt offensichtlich gegenüber der Genlobby ein. Es ist mehr als enttäuschend, dass die neue Kommission den massiven Widerstand gegen Gentechnik der VerbraucherInnen in den EU-Mitgliedsstaaten ignoriert.

Laura Möhr

INKOTA-netzwerk

Koalitionsvertrag geprägt durch Gentechniklobby?

Posted 27. Oktober 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Gentechnik in Deutschland, Monsanto

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Eines macht der Koalitionsvertrag deutlich: Die neue Regierung ist keinesfalls für ein Verbot von Gentechnik. Das Anbauverbot für MON 810, der gentechnisch veränderten Maissorte von Monsanto, bleibt zwar laut vorläufigem Koalitionsvertrag vorerst bestehen. Doch bevor sie eine endgültige Entscheidung fällt, will die neue Bundesregierung erst das Gerichtsverfahren bezüglich MON 810 abwarten. Monsanto hatte im April dieses Jahres einen Eilantrag gegen das Anbauverbot von MON 810 beim Verwaltungsgericht Braunschweig eingereicht. Die Hauptverhandlung am Verwaltungsgericht Braunschweig ist für diesen Herbst geplant.

Der Anbau der Industrie-Genkartoffel Amflora von BASF wird laut Koalitionsvertrag von der schwarz-gelben Koalition auf jeden Fall unterstützt. Amflora soll zur Stärkegewinnung für Klebstoffe und Papier benutzt werden. BASF hat augenscheinlich exzellente Lobbyarbeit geleistet: Es ist mehr als ungewöhnlich, dass ein Konzernprodukt in aller Deutlichkeit in einem Koalitionsvertrag hervorgehoben wird. Die explizite Nennung des Produktes Amflora und die dadurch offensichtliche Einflussnahme der Genlobby gilt für INKOTA und andere Gentechnikkritiker als Eklat.

Auch die Bezeichnung von Grüner Gentechnik als „wichtige Zukunftsbranche für Forschung, Wirtschaft und Landwirtschaft“ verdeutlicht die allzu positive Einstellung der Regierungsparteien gegenüber Gentechnik. So verwundert es auch nicht weiter, dass die Regierung auch dem Lieblingsargument der Genlobbyisten gerne Gehör schenkt: So heißt es im Vertrag, die Grüne Gentechnik könne einen „Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers leisten“. Doch diese Behauptung ist statistisch und wissenschaftlich in keinster Weise belegbar – im Gegenteil: Den Menschen, die Hunger leiden, kommt Gentechnik keinesfalls zu Gute. Fakten wie die erhöhte Selbstmordquote unter indischen Bauern und die massiven Vertreibungen von Kleinbauern in Paraguay zur Erschließung neuen Raumes für Gensojafelder zeigen die schwerwiegenden Nachteile der Grünen Gentechnikwelle auf. Auch die über 400 WissenschaftlerInnen des Weltagrarberichts betonen, dass Gentechnik kein zukunftsfähiges Instrument für die Landwirtschaft sei und nicht zur Hungerbekämpfung beiträgt. Wir empfehlen der neuen Regierung dringend, sich den Weltagrarbericht durchzulesen und ihre Gentechnikpolitik noch einmal gründlich zu überdenken.

Laura Möhr, INKOTA-netzwerk

vorläufiger Koalitionsvertrag CDU/CSU und FDP (PDF)

Filmfestival in Nürnberg

Posted 26. Oktober 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Berichte vom Filmfestival

Am Tag des Wintereinbruchs in Bayern kamen über 30 Gäste ins Casablanca Kino in der Nürnberger Südstadt, um sich die Monsanto-Dokumentation anzusehen. Nach der Filmvorführung votierten die anwesenden Gäste für eine kurze Pause, um sich mit Getränken einzudecken und sich zu sammeln. Zwar waren sich alle Gäste der aufgezeigten Problematik bewusst, jedoch weniger der wohl unterschätzten Dimensionen. Auch während der Diskussion machte sich eine Stimmung der Macht- und Mutlosigkeit breit. Wie kann man sich gegen so starke Konzerne und deren Lobbyarbeit wehren? Warum scheint die Gefahr von der Politik nicht erkannt zu werden? Was läuft hinter den Kulissen ab? Und wie kann man sich doch engagieren?

Die Vertreter von BUND, Greenpeace und INKOTA zeigten dazu einfache und für jeden durchzuführende Wege auf. Vom eigenen Konsumverhalten über die Beeinflussung der öffentlichen Beschaffung von Kantinen und Mensen und bis hin zum Engagement in politischen Organisationen.

Interessant war sicherlich auch die Ausblicke auf die politischen Prozesse nach der Bundestagswahl und inwiefern sich diese auf den Umgang mit der Gentechnik in der Landwirtschaft positionieren wird. Dabei wurde der Befund gestellt, dass dieses Thema trotz seiner Exemplarität für das politische Handeln aufgrund der Wirtschaftkrise in den Hintergrund gerückt zu sein scheint.

Trotzdem gingen alle Anwesenden mit einem Gefühl der Kampfbereitschaft aus dem Kino und nahmen sich vor, das Thema in zumindest in Ihren Bekanntenkreis zu tragen und somit eine größere Öffentlichkeit zu schaffen.

Großen Dank möchte ich an dieser Stelle noch der großartigen Organisation der lokalen Filmpartner aussprechen.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Indien stoppt Zulassung von Monsanto-Auberginen

Posted 21. Oktober 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Monsanto

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Indiens Umweltminister Jairam Ramesh hat den von Monsanto geplanten Anbau von gentechnisch modifizierten Auberginen, Bt Brinjal, auf Eis gelegt. Am 8. Oktober 2009 wurde eine umfassende Studie des indischen Genetic Engeneering Approval Comitee (GEAC) veröffentlicht, in der die Mehrzahl der beteiligten Wissenschaftler dem Anbau von genveränderten Auberginen grünes Licht gab. Nur drei von zwanzig Wissenschaftlern hatten Mängel in den von Mahyco Monsanto Biotech erstellten Sicherheitsuntersuchungen beklagt. Die drei Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Daten nicht vollkommen unabhängig geprüft wurden. Sie setzen der Behauptung, Bt Brinjal wäre für den menschlichen Verzehr geeignet, die unabhängige Studie des französischen Wissenschaftlers Gilles-Eric Seralini entgegen. Dort wird Bt Brinjal als „potentiell nicht zum menschlichen Verzehr geeignet“ eingestuft. Seralini arbeitet für das Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering.

Umweltminister Ramesh erklärte am 15. Oktober in einer offiziellen Pressemitteilung, dass eine Entscheidung erst nach Anhörung aller Beteiligten getroffen werden könne. Bis zum Jahresende werden öffentliche Kommentare zu der Debatte erbeten. Anfang 2010 wird Ramesh Gespräche mit Wissenschaftlern, Agrarexperten, landwirtschaftlichen Organisationen, Konsumentenvertretern und Nichtregierungsorganisationen führen.

Das Vorgehen des indischen Umweltministers erscheint überlegt und der Tragweite seiner Entscheidung angemessen. Es bleibt zu hoffen, dass Minister Ramesh auch weiterhin kritischen und unabhängigen Parteien in seinem Entscheidungsprozess Gehör schenkt und nicht dem möglichen Druck seitens der Gentechnik-Lobby nachgibt. Besonders vor dem Hintergrund der Studie Seralinis wäre eine Zulassung der Auberginen ein Skandal – in seiner Studie stellt er unter anderem fest, dass Bt Brinjal die Blutgerinnung bei Ziegen und Hasen verlangsamt und ein Protein herstelle, dass immun gegen das Antibiotikum Kanamycin mache. Ratten reagierten mit Durchfall und Gewichtsverlust auf die gentechnisch veränderten Auberginen. Eine derartige Gefährdung der indischen Bevölkerung – ohne die annähernden Auswirkungen auf Menschen zu kennen – wäre höchst fahrlässig.

Laura Möhr, INKOTA-netzwerk

FDP will Monsantos Genmais wieder erlauben

Posted 9. Oktober 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Gentechnik in Deutschland

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Die FDP hat sich in den laufenden Koalitionsverhandlungen der Arbeitsgruppe Agrar explizit für eine Aufhebung des Anbauverbots von Genmais MON810 ausgesprochen. Die Liberalen fordern zudem eine klare Stellungnahme der CDU. Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) hingegen sprach sich vehement für die Aufrechterhaltung des Anbauverbots aus. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte den Anbau von MON810 im April 2009 durch das BLV verbieten lassen, wogegen Monsanto vergebens klagte.

Falls FDP und CDU sich auf die Aufhebung des Verbotes einigen und somit auf die Aufweichung der Nulltoleranz für in der EU nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen einigen, sind fatale Folgen zu erwarten: Gentechnik ist nicht rückholbar und würde sich bei einer Aussaat unkontrolliert auch auf Nachbarfelder verteilen. FDP und CDU würden durch die Aufhebung des Verbotes die schwerwiegenden Gefahren der „grünen Gentechnik“ ignorieren und der Gentechniklobby – allen voran Monsanto – weiteren Aufwind geben.

Die starke Befürwortung der „grünen Gentechnik“ seitens der FDP lässt sich in ihrem Parteiprogramm 2009 nachlesen. Dort heißt es: „Forscher wollen forschen. […] Fusionsforschung, kerntechnische Sicherheitsforschung, Stammzellforschung, grüne Gentechnik, Biotechnologie und Nanotechnologie und Raumfahrtprojekte dürfen nicht stigmatisiert, sondern müssen in wettbewerblichen Verfahren unter transparenten und verantwortungsvollen Rahmenbedingungen gefördert werden.“

Doch gerade die angestrebte Förderung der Gentechnik bedeutet eine große Gefahr für Landwirte, die auf Gentechnik verzichten: Sie haben massive Wettbewerbsnachteile durch die Aufhebung des Verbotes zu erwarten. Gleichermaßen betroffen wären Verbraucher, die durch eine Lockerung der Nulltoleranz gentechnisch veränderte Produkte nicht mehr von anderen unterscheiden könnten.

Dabei hat eine Forsa-Umfrage, die im April 2009 erschienen ist, ergeben, dass mehr als drei Viertel der deutschen Bevölkerung ein „Ohne Gentechnik“- Siegel auf Produkten sinnvoll finden. Für 73 % der Befragten würde das Siegel maßgeblich für einen Kauf von gentechnikfreien Produkten beitragen. Eine Aufhebung des Verbotes und eine Lockerung der Nulltoleranz wäre daher ein Schlag ins Gesicht für die Verbraucher.

Mit einem weiterhin bestehenden Verbot von Gentechnik kann Deutschland ein Zeichen setzen, dass auch auf andere Länder ausstrahlt. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Bundesregierung die Interessen ihrer Wähler oder die der Gentechniklobby wahren will.

Laura Möhr, INKOTA netzwerk

Monsanto-Befürworter auch unter Obama in hohen US-Ämtern

Posted 8. Oktober 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Monsanto

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„The Change We Need“ wurde zu einer der meistgehörten Parolen Barack Obamas im US-Wahlkampf 2008. Doch dass es nun an ihm ist, einen Wandel in der amerikanischen Haltung gegenüber Gentechnik und Agrokraftstoffen einzuläuten, scheint US-Präsident Obama nicht bemerkt zu haben. Im Gegenteil, er hat bedeutende Ämter mit ehemaligen Führungskräften von Monsanto besetzt. Dass diese ein Umdenken bezüglich „Grüner“ Gentechnik und Agrokraftstoffen in der US-Umweltpolitik bewirken werden, erscheint bei genauerer Betrachtung ihres Werdegangs äußerst fragwürdig:

Landwirtschaftsminister Tom Vilsack: Er galt schon in seinem früheren Amt als Gouverneur von Iowa als starker Sympathisant von Monsanto und anderen Gentechnikunternehmen. Seine Befürwortung der Gentechnik und seine Nähe zu Monsanto wurden innerhalb seiner achtjährigen Amtszeit als Gouverneur u.a. belohnt mit der Wahl zum „Gouverneur des Jahres 2001“ – die Biotech-Industrie zeichnete ihn mit diesem Titel aus. Vilsack revanchierte sich, indem er zwei Umweltpreise verlieh – zynischerweise gerade an eine Pestizidfirma von Monsanto. Schon als Gouverneur setzte er seinen Schwerpunkt auf die Förderung von Biotechnologie und geriet in Kritik durch seine mangelnde Unterstützung der Biobauern und der nachhaltigen Landwirtschaft. Vilsacks offensichtliche Nähe zur Gentechniklobby bewirkte schon bei der Nominierung der Minister einen Proteststurm: Die „Organic Consumer Association“ sandte über 100.000 E-Mails gegen die Ernennung Vilsacks als Agrarminister an Obamas Übergangsteam – leider vergeblich. In seinem momentanen Amt als US-Agrarminister strebt er eine Gesetzgebung an, durch die Städte und Gemeinde das Recht verlieren die Aussaat von gentechnisch modifiziertem Saatgut zu verhindern.

Roger Beachy, Leiter des „National Institute of Food and Agriculture“: Er hatte vorher die Präsidentschaft des Wissenschaftszentrums „Donald Danforth Plant Science Center“ inne, zu dessen Gründung und Finanzierung Monsanto große Teile beigetragen hat. Auch entwickelte Beachy im Auftrag Monsantos genmanipulierte Tomaten an der University of Washington. Beachys Ansichten zu gentechnischen Themen scheinen daher äußerst gefärbt zu sein. So wirbt er in einem Artikel stark für die Vorzüge der gentechnisch modifizierten Pflanzen – den Artikel findet man auf der offiziellen Website von Monsanto.

Michael Taylor, Oberste Experte für Lebensmittelsicherheit in der US-Lebensmittelbehörde FDA: Er war Anfang der 90er als Anwalt für Monsanto tätig und schon früher bei FDA als stellvertretender Politikbeauftragter angestellt. Im Zuge dessen war Taylor auch am Verfassen der Richtlinien bezüglich des Wachstumshormons rBGH von Monsanto beteiligt. Diese Richtlinien enthielten unter anderem ein Verbot für Molkereien damit zu werben, dass ihre Milch frei von rBGH sei.

Dass Präsident Obama seinen Versprechungen zum Trotz derartige Lobbyisten zu machtvollen Positionen innerhalb der US-Regierung und ihren Behörden verschafft hat, stimmt wütend. Der von ihm geforderte „Change“ ist leider noch lange nicht in Sicht.

Laura Möhr, INKOTA netzwerk

Filmfestival Bergisch-Gladbach 30.09.09

Posted 6. Oktober 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Berichte vom Filmfestival

65 Besucher, darunter viele Schüler, fanden sich am Mittwoch Abend im Viktoria-Kino in Bergisch-Gladbach ein, um sich über die Methoden des Monsanto-Konzerns zu informieren.

Nach dem Film herrschte zunächst eine gedrückte Stimmung die sich jedoch durch eine geschickte Moderation in Empörung und Kampfbereitschaft änderte.

Leider musste festgestellt werden, dass man, nach der für die Gentechnikgegner wohl verlorenen Bundestagswahl, nicht mehr auf politische Unterstützung für sein Anliegen hoffen kann. Der Handlungsrahmen hat sich dadurch zwar etwas verengt, aber umso wichtiger sind nun bürgerliche Initiativen. Hierbei wurden diverse Handlungsmöglichkeiten vorgestellt. Von der Beteiligung an Unterschriftenaktionen über das regelmäßige Informieren zur Sache sowie aufgeklärtes Kaufverhalten bis hin zu Bürgerinitiativen für gentechnikfreie Regionen und Einflussnahme auf die öffentliche Beschaffung. Alle Anwesenden verließen daraufhin das Kino mit dem Vorhaben sich in Mensen und Kantinen für gentechnikfreie Nahrung einzusetzen.

Gerade im Nachklang der Bundestagswahl war dieser Abend ein großer Erfolg. Es hat sich gezeigt, dass die Aktivisten nicht resignieren, sondern im Gegenteil mehr denn je handeln wollen.

Vielen Dank möchte ich an das Mehrgenerationenhaus in Bergisch-Gladbach aussprechen die für eine tolle Organisation gesorgt haben.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Filmfestival Remscheid 23.09.09

Posted 6. Oktober 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Berichte vom Filmfestival

Die Denkerschmette in Remscheid bot eine ungewöhnliche, aber umso charmantere Atmosphäre für die Filmvorführung, zu der sich knapp30 Besucher einfanden.

Nach dem Film entwickelte sich eine angeregte Diskussion und Erfahrungsaustausch. So berichtete ein Hühnerzüchter, dass es für ihn sehr schwer sei an gentechnikfreies Futtermittel zu gelangen. Außerdem seien die Preise dafür enorm gestiegen. Auf Nachfrage bei seinem Händler wieso das so sei, bekam er die Antwort dass die Nachfrage nach gentechnikfreien Futter zu gering sei und es kompliziert wäre, es in entsprechenden Mengen zu beziehen.

Eine weitere Wortmeldung kam von einer engagierten Mutter, die versucht an den Schulen Ihrer Kinder ausschließlich gentechnikfreie Speisen in der Mensa durchzusetzen. Sie berichtete wie schwer es war ein Bewusstsein für die Problematik bei Schulleitung und Elternvertretern zu schaffen. Auch hier wurden ähnliche Gründe angegeben wie bei der Futtermittelbeschaffung. Es sei angeblich schwierig dauerhaft in ausreichenden Mengen garantiert gentechnikfreie Produkte zu beschaffen. Außerdem seien diese erheblich teurer.

Alle Anwesenden honorierten dieses Engagement, zeigten Interesse an der Initiative und sicherten Ihre Unterstützung zu.

Auch aufgrund des Zustandekommens dieser Kontakte war die Veranstaltung ein großer Erfolg und es bleibt zu hoffen, dass sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt.

Danken möchte ich ganz besonders Herrn Ulbrich von der Remscheider Denkerschmette für die schöne Organisation und den lokalen Gruppen von Attac und dem BUND für Ihre Unterstützung.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Filmfestival Düsseldorf 19.09.2009

Posted 21. September 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Berichte vom Filmfestival

Trotz wunderschönem Spätsommerwetter und fanden sich am Samstag Abend im Bambi Filmtheater 35 Menschen ein um sich über die Machenschaften des Monsanto-Konzerns und der Gentechniklobby zu informieren.

Leider war der zeitliche Rahmen viel zu kurz gefasst. Weder vor der Aufführung noch danach ergab sich die Möglichkeit den Besuchern weitere Informationen mit auf den Weg zu geben, da bereits der nächste Film im Kinosaal gezeigt werden sollte.

Daher blieb nur der Hinweis auf verschiedene Webseiten, das kostenlose Informationsmaterial und die Möglichkeiten sich zu engagieren.

Trotz des geringen Platzangebots im Foyer des Kinos ergab sich jedoch die Möglichkeit in Kleingruppen über den Film zu reden. Hierbei drückten alle Beteiligten ihr Entsetzen über das Vorgehen der multinationalen Saatgutkonzerne aus. Vielen war durchaus bewusst, dass es hierbei nicht immer mit „sauberen“ Mitteln zugeht. Die Dimensionen waren aber offensichtlich nicht allen bewusst. Insbesondere was die Skrupellosigkeit angeht, mit der auch persönliche Schicksale in Kauf genommen werden wurden als besonders schockierend aufgenommen. Ebenso überrascht war ein Großteil meiner Gesprächspartner angesichts der Tatsache, dass auch sie höchstwahrscheinlich schon mit genmanipulierten Nahrungsmitteln in Kontakt gekommen seien und somit zu Versuchskaninchen der Industrie wurden.

Der Hinweis, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist und sich diese Problematik in den Ländern des Südens noch viel extremer darstellt rief Entrüstung und Wut hervor.

So geriet der Abend trotz der organisatorischen Probleme letztlich noch zu einen Erfolg und brachte vielen Besuchern die Erkenntnis, dass es sich lohnt, seine Wahlentscheidung auch unter dem Gesichtspunkt der Haltung der jeweiligen Parteien zur Gentechnik zu treffen.

Vielen Dank möchte ich an dieser Stelle noch an die Vertreter von Greenpeace, dem Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V., und dem Netzwerk Demokratie Düsseldorf richten, die zum gelungenen Abend beigetragen haben.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Gentechnisch veränderter Leinsamen in Europa

Posted 11. September 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Gentechnik in Deutschland

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Nach einem Tipp von Wissenschaftler und der Information des Europäischen Schnellwarnsystems wurde nun auch in Deutschland gentechnisch veränderter Leinsamen nachgewiesen. Nach Kontrollen wies mehr als die Hälfte der Proben von Leinsamen aus konventionellen Anbau Spuren einer in Europa nicht zugelassenen Gen-Leinsaat auf. Dieser befinde sich im Verkauf und könne so im Brot oder Müsli zu finden sein! Der baden-württembergische Agrar- und Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) nannte dies eine „nicht akzeptable Verbrauchertäuschung“, eine Gefahr für die Verbraucher bestehe aber erstmal nicht. Die entsprechende Ware muss vom Markt genommen werden, die Samen zurückrufen werden und die EU über einen Einfuhrstopp entscheiden. Viele Händler steigen schon auf Leinsamen aus ökologischem Anbau um, der keine Verunreinigung aufwies.

Verunreinigt wurde die Leinsaat höchstwahrscheinlich durch gentechnisch veränderten Leinsamen aus Kanada, der dort im Jahr 2000 zuglassen war und kommerziell angebaut wurde. (Die EU bezieht 2 Drittel seiner Lieferungen an Leinsaat aus Kanada) Der Fund nach neun Jahren verdeutlicht, dass einmal in der Natur freigesetzte gentechnisch veränderte Organismen sich unkontrolliert verbreiten. Ein komplettes Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft wäre die einzige Variante, diesen Teufelskreis zu durchbrechen…

Diese Nachricht war nur eine von 3 in den letzten Tagen, die verdeutlicht, wie wichtig die Fragen der Landwirtschaft und Hungerbekämpfung sind und diese auch bei der kommenden Bundestagswahl eine entscheidende Bedeutung haben müssen… – mehr dazu im Blog zum Inkota Kandidatencheck – Eine Welt ohne Hunger wählen!

INKOTA in der taz

Posted 10. September 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein

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Heute ist es soweit! INKOTA ist mit seiner Aktionszeitung zur Bundestagwahl in der aktuellen Ausgabe der taz vertreten!

Unser Beileger befasst sich mit der Frage: Wer ernährt die Welt? und versucht so die Projekte und Aktionen zum Themenbereich Hunger, Ernährung und Globale Landwirtschaft stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.

Mit dabei sind Artikel über die Möglichkeiten, wie der Hunger in der Welt bekämpft werden kann, ein Kommentar von Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die meint: „Gentechnik: Nicht mit uns!“.

Wer es nicht mehr schafft, die taz-Ausgabe heute zu ersteigern, der kann die INKOTA-Beilage auch bei uns bestellen oder gleich downloaden. Informationen zu weiteren Materialien findet ihr im INKOTA-Webshop oder unter globalelandwirtschaft@inkota.de.

Auch Aktionspostkarten zum Kandidatencheck zur Bundestagswahl können bestellt oder als E-Cards verschickt werden!

http://www.inkota.de/kandidatencheck

Filmfestival in Dresden am 05.09.2009

Posted 8. September 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein, Berichte vom Filmfestival

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Am Samstag fanden sich am späten Nachmittag ca. 50 interessierte Gäste ins Programmkino Ost in Dresden ein, um den Dokumentarfilm über die Machenschaften des US-Gentechnikkonzerns Monsanto zu sehen. Eine ganze Schulklasse war anwesend und der große Teil des Auditoriums blieb nach dem kopf-schütteln-verursachenden Film zur Diskussion im Saal, die von mir und Jakob Ihde von der Jugendgruppe Greenpeace in Dresden geleitet wurde.

Man merkte sofort, dass das Thema sehr viele Fragen aufwirft, die eine starke Ungewissheit in sich trugen: Wie viel GVOs werden zur Zeit überhaupt in Deutschland angebaut? Wie sieht es dabei mit der Sicherheit vor Kontamination aus? Und was kann man gegen diesen Konzern bzw. gegen Gentechnik in der Landwirtschaft tun?

Zunächst verwiesen wir auf die vielen Information(squellen), die es zu dem Thema gibt, wie z.B. das Standortregister, in dem alle Flächen aufgelistet sind, auf denen GVOs angebaut werden, und zum anderen z.B. die Ratgeber, die es dem Verbraucher erleichtern können, ohne Gentechnik zu essen. Bioprodukte sind dabei eine Variante, aber auch Artikel mit dem neuen, nun auch einheitlichen Siegel „Ohne Gentechnik“.

Im Zentrum der Diskussion stand aber die Gefahr der Kontamination unserer Nahrungsmittel durch gentechnisch veränderte Organismen, sei es durch Verunreinigung von Saatgut oder durch Einfuhren aus dem Ausland. Als Schlussfolgerung wurde betont, dass man dann alle GVOs in Deutschland, besser noch in Europa verbieten müsse, um diese Gefahr zu bannen.

Dafür wird so langsam die Möglichkeit geschaffen, da die EU darüber nachdenkt, jedem Land selbst zu überlassen, ob es GVOs anbauen will oder nicht. (ein EU-weites einheitliches Verbot wäre natürlich besser) Und auch andere Länder müssten darauf reagieren, wenn die EU als großer „Abnehmer“ von Nahrungsmitteln diese Entscheidung trifft.

Dies bietet wiederum uns als Wählern die große Chance, genau auf diese Politik Einfluss zu nehmen. Es ist nicht nur unsere Verantwortung als Konsument, eine bedachte Entscheidung beim Einkauf zu treffen, sondern auch als Wähler, genau die Personen und Parteien zu wählen, die sich gegen Gentechnik aussprechen… – so das Fazit der Diskussionsrunde. Nicht nur Greenpeace bietet dazu einen Ratgeber an, sondern auch INKOTA klärt mit seinem Kandidatencheck über die Positionen der Direktkandidaten auf.

In diesem Sinne ein gelungener Abend. Vielen Dank an die Organisatoren und an Jakob Ihde von Greenpeace Dresden.

Markus Schwarz, INKOTA-Referent

KandidatInnencheck

Posted 28. August 2009 by uebermonsanto
Categories: Allgemein

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KandidatInnencheckJetzt endlich online: Der INKOTA-KandidatInnencheck mit den Positionen der Direktkandidaten der großen Parteien zur weltweiten Hungerbekämpfung…

Hier erfahren Sie, welche Direktkandidaten sich für Gentechnik in der Landwirtschaft aussprechen! – Sie haben die Wahl: Eine Welt ohne Hunger wählen!

Zum KandidatInnencheck…