Amflora bald im Kartoffelbrei?
BASF verkündete am 2. März die gesamteuropäische Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel „Amflora“ durch die Europäische Kommission. Was den Konzern freut, ärgert den Gentechnikgegner. Gerade noch hat campact der deutschen Landwirtschaftsministerin Aigner 35.000 Protestunterschriften überreicht. Die Menschen wollen die Genkartoffel nicht, deren Anbau die Ministerin in Deutschland Ende 2009 zugelassen hat. Amflora ist mit einer Resistenz gegen ein bestimmtes Antibiotikum ausgestattet. Dies führt dazu, dass die Pflanze nur eine der beiden Arten von Stärke in den Knollen produziert, die sonst in Kartoffeln natürlicherweise vorkommen. Wo liegt die Gefahr? Resistenzen gegen das Antibiotikum könnten sich auf Krankheitserreger übertragen. Doch nicht nur das ist unklar. Es existiert in der EU die Regelung, dass technisch unvermeidbare Beimischung von 0,9% gentechnisch veränderter Pflanzen zu konventionellen toleriert ist. Gelangt so die Kartoffel, die eigentlich nur zu Produktion von Industriestärke gedacht ist, bald auf unserem Teller? Klar ist: Auszuschließen ist dies nicht. Wir werden es gar nicht merken.
Ist der Anbau von Amflora in Deutschland schon erlaubt, bedeutet die EU-weite Anbauerlaubnis für Amflora einen weiteren Rückschlag. Ist dies eine Richtungsentscheidung der EU-Kommission in Sachen Grüner Gentechnik? Jetzt kann nur noch der Ministerrat mit einer Zweidrittelmehrheit die Entscheidung der Europäischen Kommission rückgängig machen.
Hakon Albers
INKOTA-netzwerk
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4. März 2010 um 13:55
“Resistenzen gegen das Antibiotikum könnten sich auf Krankheitserreger übertragen.” Wie soll das funktionieren? Ferner: Monsanto ist sicherlich kein Sympathieträger. Die berechtigte Kritik an Monsanto mit einer grundsätzlichen Ablehnung von Gentechnik zu verknüpfen ist jedoch recht kurzsichtig. Würden die Ressentiments, die eher auf Unwissen zu beruhen scheinen, nicht so leidenschaftlich gepflegt, würde es sicherlich auch ökonische Perspektiven für andere Anbieter und Entwickler geben.
4. März 2010 um 17:38
Ein Transfer von Genen auf andere Bakterien kann nicht ausgeschlossen werden: „[…] the risk of gene transfer from plant to bacteria is remote […]“ (source: Europäische Kommission (2. März 2010) MEMO/10/58). Gut zu wissen: Kritik an Amflora und damit BASF ist nicht unabhängig von Monsanto, da Kooperationsverträge zwischen beiden Konzernen existieren. Weitere Kooperationen bestehen ebenfalls mit Bayer Crop Science. Monsanto ist daher nicht ohne Grund ein Synonym für Gentechnik.
Das INKOTA-netzwerk spricht sich jedoch aus verschiedenen Gründen allgemein gegen die „grüne Gentechnik“ aus.