Filmfestival in Eggesin am 27.05.2009

Monsanto – mit Gift und Genen, in der Kulturwerkstatt in Eggesin

In der wohl kleinsten Stadt, in der das Filmfestival „ueber Macht“ Station gemacht hat, versammelten sich am Mittwoch Abend ca. 10 interessierte Gäste, um zum Abschluss der Filmreihe (jeden Mittwoch im Mai wurden je 2 Filme gezeigt) den Film über den Gentechnikkonzern Monsanto anzuschauen. Zwar wurde mit mehr Andrang gerechnet, aber für eine kleine Stadt wie Eggesin ist die Besucherzahl respektabel.

Nachdem während des Films eine gewisse Erschlagenheit ob der gezeigte Machenschaften Monsantos festzustellen war, verlief die anschließende Diskussion doch relativ lebhaft und richtete sich auf die Frage nachdem: Was kann man dagegen tun?

Fast alle Anwesenden beteiligten sich und stellten ihre aufgekommenen Fragen. Zunächst ging es darum, ob die Verbindungen Monsantos in die Politik auch in Deutschland bzw. Mecklenburg-Vorpommern zu finden seien. Dies ist in dem gezeigten Ausmaß natürlich nicht der Fall, die Befürworter von Gentechnik sind aber auch in Deutschland weit verbreitet zu finden. Auch die Frage der Kennzeichnung spiele dabei eine Rolle, eine einheitliche Regelung wäre hier angebracht. Es ging ebenso um die Frage von Saatgutbanken und zudem wurde der verräterische Slogan, dass man mit Gentechnik doch die Welternährung retten könne, entlarvt.

Wie ebenfalls angemerkt wurde, ginge es auch nicht nur um die Macht eines Konzerns wie Monsanto, sondern auch um die Gifte, die mit der „modernen“ Landwirtschaft in die Umwelt geraten und deren Folgen auf Natur und Mensch bei weitem noch nicht erforscht sind, seien es Pestizide für Pflanzen oder Antibiotika für Tiere. Dementsprechend drehte sich die Diskussion bald um die Landwirtschaft im Allgemeinen: Warum könne sich ein Agrarland wie „Meck-Pom“ nicht hauptsächlich regional ernähren? Warum finde man in den Läden Milch aus Bayern und nicht von der Molkerei um die Ecke? – Es wurde eifrig diskutiert und in diesem Zusammenhang auch unser Lebensstil hinterfragt. Angesichts der Probleme der Weltlandwirtschaft sollte gerade die westliche Welt über Konsumgewohnheiten nachdenken, da diese als Vorbild für andere, besonders Entwicklungsländer dient. Jeder von uns ist dabei gefragt, so das Fazit des Abends: Durch bewußteres Einkaufen (z.B. von mehr gentechnikfreien oder biologischen Lebensmitteln), durch das Unterstützen von Kampagnen oder durchs Wählen gehen und das Ausüben von Druck auf die Politiker!

In diesem Sinne eine außerordentliche Diskussionsrunde, verbunden mit der Hoffnung, dass solche Kulturprojekte öfter in strukturschwachen Regionen wie Vorpommern Station machen.

Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und besonders an den Organisator der Kulturwerkstatt Eggesin.

Markus Schwarz, INKOTA-Referent

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