Genmais darf stehen bleiben – Es droht die Kontamination

Wir hatten schon im Mai darüber berichtet, dass in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen unbeabsichtigter Weise Mais ausgesät wurde, dass in Spuren mit der gentechnisch veränderten Sorte NK 603 (vom Gentechnik-Multi Monsanto) verseucht war. In Hessen begegnete man dem Problem damit, den gesamten Mais zu vernichten und so die Verbreitung von gentechnisch verändertem Gut vorzubeugen. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird hingegen nicht so rigoros vorgegangen. Dort empfahl zwar das Ministerium den betroffenen Landwirten den Mais umzupflügen, überließ die Entscheidung aber den Bauern.

Die 14 Landwirte haben sich nun dazu entschieden den Mais stehen zu lassen! Er soll dann für die Biogasproduktion oder als Futtermittel verwendet werden.

Wenn die Pflanzen jedoch erst einmal blühen, ist eine Kontamination sehr wahrscheinlich. Bernd Murschel, agrarpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Baden-Württembergischen Landtag, bezeichnet daher den Anbau als den „bislang größten Freilandversuch mit Genmais“ und fordert: „Die Pflanzen müssen vom Acker“. Auch der Deutscher Berufsimker Bund (DBB) fordert die sofortige Vernichtung der Maisaussaat. Würden Pollen des verseuchten Maises in den Honig gelangen, müsse mit einem massiven Imageverlust und Umsatzeinbußen gerechnet werden. 80% der Verbraucher lehnen Gentechnik in Lebensmitteln ab. Das Vorgehen verstößt zudem klar gegen das in der EU geltende Anbauverbot für den Genmais NK603.

Wie solch eine Genehmigung erteilt werden konnte, ist nicht zu erklären und erfordert den entsprechenden Widerstand, ansonsten, so die Befürchtung des grünen Landtagsabgeordneten, könne man bald nicht mehr von einer hundertprozentigen Sicherheit auf Gentechnikfreiheit auf Feldern, in Futtertrögen und in Produkten ausgehen.

_Nachtrag vom 14.Juli: Es passiert endlich was! Die Landesverbände von Bioland, BUND, Demeter und NABU haben Anzeige gegen Unbekannt wegen nicht genehmigter Freisetzung von gentechnisch veränderten Maispflanzen gestellt. Die verunreinigten Maisbestände müssen unverzüglich vernichtet werden. Hier die Pressemittelung vom BUND.

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