Archiv für August 2009

KandidatInnencheck

28. August 2009

KandidatInnencheckJetzt endlich online: Der INKOTA-KandidatInnencheck mit den Positionen der Direktkandidaten der großen Parteien zur weltweiten Hungerbekämpfung…

Hier erfahren Sie, welche Direktkandidaten sich für Gentechnik in der Landwirtschaft aussprechen! – Sie haben die Wahl: Eine Welt ohne Hunger wählen!

Zum KandidatInnencheck…

Advertisements

Zurückrudern bei Folgart und der SPD

27. August 2009

Ein veröffentlichtes Interview in der taz mit Udo Folgart, dem Landwirtschaftsminister in Frank-Walter Steinmeiers Schattenkabinett, schlägt hohe Wellen und sorgt innerhalb der SPD für Unruhe mitten im Wahlkampf.

Die taz druckte heute ein Interview mit Folgart ab, in dem er sich für die Zulassung der Gentechnikkartoffel Amflora aussprach und sogar die Ausweitung der Massentierhaltung begrüßte. Die Landwirtschaft solle wieder als Wirtschaft verstanden werden, so der „Experte“ für Agrarpolitik der SPD, der vor ein paar Wochen relativ überraschend ins Schattenkabinett von Kanzlerkandidat Steinmeier gerutscht ist. Zu Recht, gab es auf diese Äußerungen zum Teil heftige Reaktionen: Der Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschft, Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf, nannte Folgart einen „agrarkulturpolitischen Banausen“ und bewertete die Benennung Folgarts einen „großen Missgriff“ der SPD. Auch die ehemalige grüne Landwirtschaftsministerin Renate Künast bescheinigte, dass sich die SPD mit „diesem simplen Lobbyisten für Gentechnik“ „zurück in die agrarpolitische Steinzeit“ katapultiere.

Und auch die SPD rückt zunehmend von ihrem Schattenminister ab. SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber stellte klar, dass die SPD die Genkartoffel nicht wolle und die Gentechnik mehr Probleme als Hoffnungen berge.  Im Wahlprogramm fordert die Partei sogar mehr Gentechnik-freie Regionen.

Folgart selbst bestreitet die Aussagen in dem Interview, sie seien „überspitzt“ und „verkürzt“ dargestellt worden. Die taz sieht das anders und verweist auf einen Mitschnitt.

Dass seine Forderung nach einer weiteren Industrialisierung der Landwirtschaft erstens nichts mit einer geforderten Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen ist und zweitens schon seit Längerem bekannt ist, hätte vielleicht auch der SPD auffallen können. Das es so nicht geht, sollte der Partei jetzt vielleicht klar geworden sein. Laut Agrarexperte Graefe zu Baringdorf passt die Debatte zu der derzeitigen Situation der SPD – sie liege gerade sowieso bei 20 Prozent…

Steinmeier will Gentechnik-Freund als Agrarminister

2. August 2009

Frank Walter Steinmeier hat sein Schattenkabinett vorgestellt. Die erschreckende Nachricht: Der Großbauernlobbyist und Gentechnik-Befürworter Udo Folgart soll das Agrerministerium leiten. Folgart war bis 1991 Chef einer LPG und ist seitdem Geschäftsführer eines agrarindustriellen Betriebes in Brandenburg. Beim Runden Tisch zu Gentechnik, zu dem die amtierende Forschungsministerin Annette Schavan eingeladen hatte, nahm Folgart als Befürworter der Grünen Gentechnik teil. Er vertrat die Meinung, dass die Risiken der Gentechnik überbetont werden und die Diskussion über Chancen unterbunden werden. Laut Folgert kann die Gentechnik zur Ertragserhöhung beitragen und den Hunger in der Dritten Welt bekämpfen helfen.

Mit der Nominierung von Udo Folgert als potentiellen Agrarminister wird die agrarpolitische Richtung des SPD-Kanzlerkandidaten Steinmeier deutlich. Eine nachhaltige Landwirtschaft, die die Bedürfnisse von bäuerlichen Sturkturen berücksichtig, wird unter Steinmeier und Folgert wohl kaum eine Rolle spielen.