Archiv für September 2009

Filmfestival Düsseldorf 19.09.2009

21. September 2009

Trotz wunderschönem Spätsommerwetter und fanden sich am Samstag Abend im Bambi Filmtheater 35 Menschen ein um sich über die Machenschaften des Monsanto-Konzerns und der Gentechniklobby zu informieren.

Leider war der zeitliche Rahmen viel zu kurz gefasst. Weder vor der Aufführung noch danach ergab sich die Möglichkeit den Besuchern weitere Informationen mit auf den Weg zu geben, da bereits der nächste Film im Kinosaal gezeigt werden sollte.

Daher blieb nur der Hinweis auf verschiedene Webseiten, das kostenlose Informationsmaterial und die Möglichkeiten sich zu engagieren.

Trotz des geringen Platzangebots im Foyer des Kinos ergab sich jedoch die Möglichkeit in Kleingruppen über den Film zu reden. Hierbei drückten alle Beteiligten ihr Entsetzen über das Vorgehen der multinationalen Saatgutkonzerne aus. Vielen war durchaus bewusst, dass es hierbei nicht immer mit „sauberen“ Mitteln zugeht. Die Dimensionen waren aber offensichtlich nicht allen bewusst. Insbesondere was die Skrupellosigkeit angeht, mit der auch persönliche Schicksale in Kauf genommen werden wurden als besonders schockierend aufgenommen. Ebenso überrascht war ein Großteil meiner Gesprächspartner angesichts der Tatsache, dass auch sie höchstwahrscheinlich schon mit genmanipulierten Nahrungsmitteln in Kontakt gekommen seien und somit zu Versuchskaninchen der Industrie wurden.

Der Hinweis, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist und sich diese Problematik in den Ländern des Südens noch viel extremer darstellt rief Entrüstung und Wut hervor.

So geriet der Abend trotz der organisatorischen Probleme letztlich noch zu einen Erfolg und brachte vielen Besuchern die Erkenntnis, dass es sich lohnt, seine Wahlentscheidung auch unter dem Gesichtspunkt der Haltung der jeweiligen Parteien zur Gentechnik zu treffen.

Vielen Dank möchte ich an dieser Stelle noch an die Vertreter von Greenpeace, dem Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V., und dem Netzwerk Demokratie Düsseldorf richten, die zum gelungenen Abend beigetragen haben.

Frank Anders, INKOTA-Referent

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Gentechnisch veränderter Leinsamen in Europa

11. September 2009

Nach einem Tipp von Wissenschaftler und der Information des Europäischen Schnellwarnsystems wurde nun auch in Deutschland gentechnisch veränderter Leinsamen nachgewiesen. Nach Kontrollen wies mehr als die Hälfte der Proben von Leinsamen aus konventionellen Anbau Spuren einer in Europa nicht zugelassenen Gen-Leinsaat auf. Dieser befinde sich im Verkauf und könne so im Brot oder Müsli zu finden sein! Der baden-württembergische Agrar- und Verbraucherminister Peter Hauk (CDU) nannte dies eine „nicht akzeptable Verbrauchertäuschung“, eine Gefahr für die Verbraucher bestehe aber erstmal nicht. Die entsprechende Ware muss vom Markt genommen werden, die Samen zurückrufen werden und die EU über einen Einfuhrstopp entscheiden. Viele Händler steigen schon auf Leinsamen aus ökologischem Anbau um, der keine Verunreinigung aufwies.

Verunreinigt wurde die Leinsaat höchstwahrscheinlich durch gentechnisch veränderten Leinsamen aus Kanada, der dort im Jahr 2000 zuglassen war und kommerziell angebaut wurde. (Die EU bezieht 2 Drittel seiner Lieferungen an Leinsaat aus Kanada) Der Fund nach neun Jahren verdeutlicht, dass einmal in der Natur freigesetzte gentechnisch veränderte Organismen sich unkontrolliert verbreiten. Ein komplettes Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft wäre die einzige Variante, diesen Teufelskreis zu durchbrechen…

Diese Nachricht war nur eine von 3 in den letzten Tagen, die verdeutlicht, wie wichtig die Fragen der Landwirtschaft und Hungerbekämpfung sind und diese auch bei der kommenden Bundestagswahl eine entscheidende Bedeutung haben müssen… – mehr dazu im Blog zum Inkota Kandidatencheck – Eine Welt ohne Hunger wählen!

INKOTA in der taz

10. September 2009

Heute ist es soweit! INKOTA ist mit seiner Aktionszeitung zur Bundestagwahl in der aktuellen Ausgabe der taz vertreten!

Unser Beileger befasst sich mit der Frage: Wer ernährt die Welt? und versucht so die Projekte und Aktionen zum Themenbereich Hunger, Ernährung und Globale Landwirtschaft stärker in die Öffentlichkeit zu bringen.

Mit dabei sind Artikel über die Möglichkeiten, wie der Hunger in der Welt bekämpft werden kann, ein Kommentar von Vandana Shiva, Trägerin des Alternativen Nobelpreises und Annemarie Volling von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), die meint: „Gentechnik: Nicht mit uns!“.

Wer es nicht mehr schafft, die taz-Ausgabe heute zu ersteigern, der kann die INKOTA-Beilage auch bei uns bestellen oder gleich downloaden. Informationen zu weiteren Materialien findet ihr im INKOTA-Webshop oder unter globalelandwirtschaft@inkota.de.

Auch Aktionspostkarten zum Kandidatencheck zur Bundestagswahl können bestellt oder als E-Cards verschickt werden!

http://www.inkota.de/kandidatencheck

Filmfestival in Dresden am 05.09.2009

8. September 2009

Am Samstag fanden sich am späten Nachmittag ca. 50 interessierte Gäste ins Programmkino Ost in Dresden ein, um den Dokumentarfilm über die Machenschaften des US-Gentechnikkonzerns Monsanto zu sehen. Eine ganze Schulklasse war anwesend und der große Teil des Auditoriums blieb nach dem kopf-schütteln-verursachenden Film zur Diskussion im Saal, die von mir und Jakob Ihde von der Jugendgruppe Greenpeace in Dresden geleitet wurde.

Man merkte sofort, dass das Thema sehr viele Fragen aufwirft, die eine starke Ungewissheit in sich trugen: Wie viel GVOs werden zur Zeit überhaupt in Deutschland angebaut? Wie sieht es dabei mit der Sicherheit vor Kontamination aus? Und was kann man gegen diesen Konzern bzw. gegen Gentechnik in der Landwirtschaft tun?

Zunächst verwiesen wir auf die vielen Information(squellen), die es zu dem Thema gibt, wie z.B. das Standortregister, in dem alle Flächen aufgelistet sind, auf denen GVOs angebaut werden, und zum anderen z.B. die Ratgeber, die es dem Verbraucher erleichtern können, ohne Gentechnik zu essen. Bioprodukte sind dabei eine Variante, aber auch Artikel mit dem neuen, nun auch einheitlichen Siegel „Ohne Gentechnik“.

Im Zentrum der Diskussion stand aber die Gefahr der Kontamination unserer Nahrungsmittel durch gentechnisch veränderte Organismen, sei es durch Verunreinigung von Saatgut oder durch Einfuhren aus dem Ausland. Als Schlussfolgerung wurde betont, dass man dann alle GVOs in Deutschland, besser noch in Europa verbieten müsse, um diese Gefahr zu bannen.

Dafür wird so langsam die Möglichkeit geschaffen, da die EU darüber nachdenkt, jedem Land selbst zu überlassen, ob es GVOs anbauen will oder nicht. (ein EU-weites einheitliches Verbot wäre natürlich besser) Und auch andere Länder müssten darauf reagieren, wenn die EU als großer „Abnehmer“ von Nahrungsmitteln diese Entscheidung trifft.

Dies bietet wiederum uns als Wählern die große Chance, genau auf diese Politik Einfluss zu nehmen. Es ist nicht nur unsere Verantwortung als Konsument, eine bedachte Entscheidung beim Einkauf zu treffen, sondern auch als Wähler, genau die Personen und Parteien zu wählen, die sich gegen Gentechnik aussprechen… – so das Fazit der Diskussionsrunde. Nicht nur Greenpeace bietet dazu einen Ratgeber an, sondern auch INKOTA klärt mit seinem Kandidatencheck über die Positionen der Direktkandidaten auf.

In diesem Sinne ein gelungener Abend. Vielen Dank an die Organisatoren und an Jakob Ihde von Greenpeace Dresden.

Markus Schwarz, INKOTA-Referent