Indien stoppt Zulassung von Monsanto-Auberginen

Indiens Umweltminister Jairam Ramesh hat den von Monsanto geplanten Anbau von gentechnisch modifizierten Auberginen, Bt Brinjal, auf Eis gelegt. Am 8. Oktober 2009 wurde eine umfassende Studie des indischen Genetic Engeneering Approval Comitee (GEAC) veröffentlicht, in der die Mehrzahl der beteiligten Wissenschaftler dem Anbau von genveränderten Auberginen grünes Licht gab. Nur drei von zwanzig Wissenschaftlern hatten Mängel in den von Mahyco Monsanto Biotech erstellten Sicherheitsuntersuchungen beklagt. Die drei Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Daten nicht vollkommen unabhängig geprüft wurden. Sie setzen der Behauptung, Bt Brinjal wäre für den menschlichen Verzehr geeignet, die unabhängige Studie des französischen Wissenschaftlers Gilles-Eric Seralini entgegen. Dort wird Bt Brinjal als „potentiell nicht zum menschlichen Verzehr geeignet“ eingestuft. Seralini arbeitet für das Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering.

Umweltminister Ramesh erklärte am 15. Oktober in einer offiziellen Pressemitteilung, dass eine Entscheidung erst nach Anhörung aller Beteiligten getroffen werden könne. Bis zum Jahresende werden öffentliche Kommentare zu der Debatte erbeten. Anfang 2010 wird Ramesh Gespräche mit Wissenschaftlern, Agrarexperten, landwirtschaftlichen Organisationen, Konsumentenvertretern und Nichtregierungsorganisationen führen.

Das Vorgehen des indischen Umweltministers erscheint überlegt und der Tragweite seiner Entscheidung angemessen. Es bleibt zu hoffen, dass Minister Ramesh auch weiterhin kritischen und unabhängigen Parteien in seinem Entscheidungsprozess Gehör schenkt und nicht dem möglichen Druck seitens der Gentechnik-Lobby nachgibt. Besonders vor dem Hintergrund der Studie Seralinis wäre eine Zulassung der Auberginen ein Skandal – in seiner Studie stellt er unter anderem fest, dass Bt Brinjal die Blutgerinnung bei Ziegen und Hasen verlangsamt und ein Protein herstelle, dass immun gegen das Antibiotikum Kanamycin mache. Ratten reagierten mit Durchfall und Gewichtsverlust auf die gentechnisch veränderten Auberginen. Eine derartige Gefährdung der indischen Bevölkerung – ohne die annähernden Auswirkungen auf Menschen zu kennen – wäre höchst fahrlässig.

Laura Möhr, INKOTA-netzwerk

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