Verhungern Bienen durch Gensojafelder?

Argentinische Imker haben einen dramatischen Rückgang der Bienen verzeichnet. 2008 verloren sie fast ein Drittel ihrer Honigbienenvölker.

Der immense Verlust von rund 1,6 Millionen Bienenstöcken habe mit dem massiven Anbau von genetisch veränderten Sojapflanzen zu tun, vermutet Luca Martinez, der Präsident des argentinischen Imkerverbandes Sada. In einem Interview mit Deutschlandradio erklärte Martinez den Zusammenhang: Für den Anbau von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen, wie beispielsweise Soja, werden Felder benutzt, auf denen sonst Blumen und Pflanzen stehen, die den Bienen als Nahrung dienen. Die Bienen seien durch die riesigen Anbauflächen von Soja-Monokulturen schlichtweg den Hungertod gestorben. Argentinien gehört zu den drei größten Sojaproduzenten weltweit.

Zudem reichere das Herbizid Roundup von Monsanto sich im Nährboden an und lauge ihn dadurch nachhaltig aus, so Martinez. Für die Honigimker Argentiniens, das eines der größten Honigexportländer ist, sind die Folgen dieser Entwicklung fatal: Innerhalb einer Zeitspanne von vier Jahren ist der Export von Honig um die Hälfte zurückgegangen.

Luca Martinez appellierte auf dem Weltkongress der Imker („Apimondia“) vor allem an europäische Bienenzüchter, sich vehement gegen gv-Soja als Futtermittel einzusetzen.

Bienen spielen eine zentrale Rolle bei der Bestäubung und dem Erhalt einer reichen Fauna. Das Beispiel Argentiniens zeigt, welche fatalen Folgen der Anbau von gentechnisch veränderten Monokulturen auf die Artenvielfalt haben kann.

Laura Möhr

INKOTA-netzwerk

Advertisements
Explore posts in the same categories: Allgemein, Monsanto

Schlagwörter: , , , , , , ,

You can comment below, or link to this permanent URL from your own site.

2 Kommentare - “Verhungern Bienen durch Gensojafelder?”

  1. pauf frank Says:

    gott sei dank wohne ich im allgäu 1000 meter üm da gibt es nur grünland wir haben probleme mit veroa und kein gen und pestizite aber ein kleineren ertrag . wir imker müssen besser zusammen stehen und unsere kollegen helfen gruss paul

  2. D. Schneider Says:

    GVO sollten immer zusammen mit den Mitteln betrachtet werden, für deren Einsatz sie hergestellt wurden. Bei Gen-Soja handelt es sich im Allgemeinen um herbizidresistentes Soja, meist mit einer Resistenz gegen Roundup (Glyphosat).
    Selbst die EFSA hat in ihrer „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ für NK603-Mais (Rounup-ready) festgestellt, dass ein „Einsatz von NK603-Mais bei seinem angedachten Gebrauch [d.h. zusammen mit Roundup, A. von mir] negative Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte“ (s. http://oekologie-forum.de/Unterhaltsames/GMO-Mais-NK603-und-die-Einschaetzung-der-EFSA_118.html).
    Herbizide wie Roundup töten keineswegs nur Pflanzen (herbs), sondern vergiften ALLE Organismen.

    Die gleichen Auswirkungen haben wir natürlich auch in den konventionellen industriellen Landwirtschaft immer da, wo Pestizide eingesetzt werden. Wir müssen GVO-Anbau als Teil der Industriellen Landwirtschaft sehen (nur für industriellen Anbau sind GVO überhaupt von Interesse) und die immensen negativen Auswirkungen der Industriellen Landwirtschaft endlich zur Kenntnis nehmen. Nicht nur zur Klimaerwärmung trägt die Industrielle Landwirtschaft bei, auch zur Vernichtung der Biodiversität, dem Verlust fruchtbarer Böden und der Vergiftung von Mensch und Umwelt (inklusive Wasser).


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: