Posted tagged ‘Agrokraftstoffe’

Monsanto: Preis für schlimmste Klima-Lobby

21. Dezember 2009

Der US-Großkonzern Monsanto hat am 15. Dezember 2009 den „Angry Mermaid Award“ erhalten. Dies gab die Journalistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein („no logo“) auf dem Klimaforum in Kopenhagen nun bekannt. Monsanto  sei unter anderem nominiert, weil die Firma gentechnisch verändertes Saatgut als Lösung für den Kampf gegen Klimawandel und Welthunger anpreise und darauf dränge, seine Saat für Agrokraftstoffe zu verwenden, so Klein. Monsanto erhielt 36 % von 10.000 Stimmen, gefolgt von Shell (18%) und dem American Petroleum Institute (14%). Der „Angry Mermaid Award“ wird von verschiedenen Organisationen, u.a. Attac Dänemark und Friends of the Earth International, ausgerichtet. Der Preis der wütenden Meerjungfrau hat das Ziel, Lobbygruppen aufzudecken, die Klimagespräche zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil sabotieren wollen.

Die Bekanntgabe der ersten Plätze auf Youtube:

Laura Möhr

INKOTA-netzwerk

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Monsanto-Befürworter auch unter Obama in hohen US-Ämtern

8. Oktober 2009

„The Change We Need“ wurde zu einer der meistgehörten Parolen Barack Obamas im US-Wahlkampf 2008. Doch dass es nun an ihm ist, einen Wandel in der amerikanischen Haltung gegenüber Gentechnik und Agrokraftstoffen einzuläuten, scheint US-Präsident Obama nicht bemerkt zu haben. Im Gegenteil, er hat bedeutende Ämter mit ehemaligen Führungskräften von Monsanto besetzt. Dass diese ein Umdenken bezüglich „Grüner“ Gentechnik und Agrokraftstoffen in der US-Umweltpolitik bewirken werden, erscheint bei genauerer Betrachtung ihres Werdegangs äußerst fragwürdig:

Landwirtschaftsminister Tom Vilsack: Er galt schon in seinem früheren Amt als Gouverneur von Iowa als starker Sympathisant von Monsanto und anderen Gentechnikunternehmen. Seine Befürwortung der Gentechnik und seine Nähe zu Monsanto wurden innerhalb seiner achtjährigen Amtszeit als Gouverneur u.a. belohnt mit der Wahl zum „Gouverneur des Jahres 2001“ – die Biotech-Industrie zeichnete ihn mit diesem Titel aus. Vilsack revanchierte sich, indem er zwei Umweltpreise verlieh – zynischerweise gerade an eine Pestizidfirma von Monsanto. Schon als Gouverneur setzte er seinen Schwerpunkt auf die Förderung von Biotechnologie und geriet in Kritik durch seine mangelnde Unterstützung der Biobauern und der nachhaltigen Landwirtschaft. Vilsacks offensichtliche Nähe zur Gentechniklobby bewirkte schon bei der Nominierung der Minister einen Proteststurm: Die „Organic Consumer Association“ sandte über 100.000 E-Mails gegen die Ernennung Vilsacks als Agrarminister an Obamas Übergangsteam – leider vergeblich. In seinem momentanen Amt als US-Agrarminister strebt er eine Gesetzgebung an, durch die Städte und Gemeinde das Recht verlieren die Aussaat von gentechnisch modifiziertem Saatgut zu verhindern.

Roger Beachy, Leiter des „National Institute of Food and Agriculture“: Er hatte vorher die Präsidentschaft des Wissenschaftszentrums „Donald Danforth Plant Science Center“ inne, zu dessen Gründung und Finanzierung Monsanto große Teile beigetragen hat. Auch entwickelte Beachy im Auftrag Monsantos genmanipulierte Tomaten an der University of Washington. Beachys Ansichten zu gentechnischen Themen scheinen daher äußerst gefärbt zu sein. So wirbt er in einem Artikel stark für die Vorzüge der gentechnisch modifizierten Pflanzen – den Artikel findet man auf der offiziellen Website von Monsanto.

Michael Taylor, Oberste Experte für Lebensmittelsicherheit in der US-Lebensmittelbehörde FDA: Er war Anfang der 90er als Anwalt für Monsanto tätig und schon früher bei FDA als stellvertretender Politikbeauftragter angestellt. Im Zuge dessen war Taylor auch am Verfassen der Richtlinien bezüglich des Wachstumshormons rBGH von Monsanto beteiligt. Diese Richtlinien enthielten unter anderem ein Verbot für Molkereien damit zu werben, dass ihre Milch frei von rBGH sei.

Dass Präsident Obama seinen Versprechungen zum Trotz derartige Lobbyisten zu machtvollen Positionen innerhalb der US-Regierung und ihren Behörden verschafft hat, stimmt wütend. Der von ihm geforderte „Change“ ist leider noch lange nicht in Sicht.

Laura Möhr, INKOTA netzwerk