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Verhungern Bienen durch Gensojafelder?

22. Dezember 2009

Argentinische Imker haben einen dramatischen Rückgang der Bienen verzeichnet. 2008 verloren sie fast ein Drittel ihrer Honigbienenvölker.

Der immense Verlust von rund 1,6 Millionen Bienenstöcken habe mit dem massiven Anbau von genetisch veränderten Sojapflanzen zu tun, vermutet Luca Martinez, der Präsident des argentinischen Imkerverbandes Sada. In einem Interview mit Deutschlandradio erklärte Martinez den Zusammenhang: Für den Anbau von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen, wie beispielsweise Soja, werden Felder benutzt, auf denen sonst Blumen und Pflanzen stehen, die den Bienen als Nahrung dienen. Die Bienen seien durch die riesigen Anbauflächen von Soja-Monokulturen schlichtweg den Hungertod gestorben. Argentinien gehört zu den drei größten Sojaproduzenten weltweit.

Zudem reichere das Herbizid Roundup von Monsanto sich im Nährboden an und lauge ihn dadurch nachhaltig aus, so Martinez. Für die Honigimker Argentiniens, das eines der größten Honigexportländer ist, sind die Folgen dieser Entwicklung fatal: Innerhalb einer Zeitspanne von vier Jahren ist der Export von Honig um die Hälfte zurückgegangen.

Luca Martinez appellierte auf dem Weltkongress der Imker („Apimondia“) vor allem an europäische Bienenzüchter, sich vehement gegen gv-Soja als Futtermittel einzusetzen.

Bienen spielen eine zentrale Rolle bei der Bestäubung und dem Erhalt einer reichen Fauna. Das Beispiel Argentiniens zeigt, welche fatalen Folgen der Anbau von gentechnisch veränderten Monokulturen auf die Artenvielfalt haben kann.

Laura Möhr

INKOTA-netzwerk

Monsantos RoundUp vor dem Aus?

9. Juni 2009

Einer der führenden Wissenschaftler Argentiniens hat mit einer neuen Untersuchung erhebliche Zweifel an der Sicherheit des Totalherbizids von Monsanto aufkommen lassen. Wie Professor Andres Carrasco, der für die argentinische Armee arbeitet, das Institut für molekulare Embryologie der Universität von Buenos Aires leitet und zudem Präsident des argentinischen Nationalrats für wissenschaftliche und technische Forschung (CONICET) war, in einer Studie herausfand, führt der Wirkstoff Glyphosat (Hauptbestandteil von Monsantos RoundUp) nicht nur bei Amphibien, mit denen die Experimente durchgeführt wurden, sondern auch bei Menschen zu schweren Embryonalschäden.

Laut Financial Times haben daraufhin Umwelt-Anwälte einen sofortigen Stopp des Einsatzes von Roundup beantragt, die argentinische Regierung hat zudem eine Untersuchung angeordnet.

Es wird also eng für Monsanto.

Deren Chef bezeichnete die Untersuchungsergebnisse zwar noch als „shaky“, jedoch würde das geforderte 6-monatige Verbot von Glyphosat (und damit von RoundUp) erhebliche Auswirkungen auf den Konzern als auch auf die Landwirtschaft in Argentinien haben. Das Land entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der größten Getreideproduzenten, gerade von gentechnisch verändertem Soja. Das Soja ist dabei so verändert worden, dass es resistent gegen Monsantos Herbizid RoundUp ist. Wird dieses jetzt verboten, „könnten wir keine Landwirtschaft mehr betreiben“, meint dazu Guillermo Cal von CASAFE, der argentinischen Vereinigung von Düngemittelunternehmen. Etwaige Schäden für den argentinischen Staat, der stark von den Exporteinnahmen von Landwirtschaftsprodukten abhängig ist, sind noch nicht abzuschätzen.

Die Abhängigkeit der Bauern bzw. eines ganzen Staates könnte somit zum Verhängnis werden. Gerade wenn man sich dabei auf eine, wie sich immer deutlicher zeigt, Risikotechnologie einlässt.