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Filmfestival in Eggesin am 27.05.2009

31. Mai 2009

Monsanto – mit Gift und Genen, in der Kulturwerkstatt in Eggesin

In der wohl kleinsten Stadt, in der das Filmfestival „ueber Macht“ Station gemacht hat, versammelten sich am Mittwoch Abend ca. 10 interessierte Gäste, um zum Abschluss der Filmreihe (jeden Mittwoch im Mai wurden je 2 Filme gezeigt) den Film über den Gentechnikkonzern Monsanto anzuschauen. Zwar wurde mit mehr Andrang gerechnet, aber für eine kleine Stadt wie Eggesin ist die Besucherzahl respektabel.

Nachdem während des Films eine gewisse Erschlagenheit ob der gezeigte Machenschaften Monsantos festzustellen war, verlief die anschließende Diskussion doch relativ lebhaft und richtete sich auf die Frage nachdem: Was kann man dagegen tun?

Fast alle Anwesenden beteiligten sich und stellten ihre aufgekommenen Fragen. Zunächst ging es darum, ob die Verbindungen Monsantos in die Politik auch in Deutschland bzw. Mecklenburg-Vorpommern zu finden seien. Dies ist in dem gezeigten Ausmaß natürlich nicht der Fall, die Befürworter von Gentechnik sind aber auch in Deutschland weit verbreitet zu finden. Auch die Frage der Kennzeichnung spiele dabei eine Rolle, eine einheitliche Regelung wäre hier angebracht. Es ging ebenso um die Frage von Saatgutbanken und zudem wurde der verräterische Slogan, dass man mit Gentechnik doch die Welternährung retten könne, entlarvt.

Wie ebenfalls angemerkt wurde, ginge es auch nicht nur um die Macht eines Konzerns wie Monsanto, sondern auch um die Gifte, die mit der „modernen“ Landwirtschaft in die Umwelt geraten und deren Folgen auf Natur und Mensch bei weitem noch nicht erforscht sind, seien es Pestizide für Pflanzen oder Antibiotika für Tiere. Dementsprechend drehte sich die Diskussion bald um die Landwirtschaft im Allgemeinen: Warum könne sich ein Agrarland wie „Meck-Pom“ nicht hauptsächlich regional ernähren? Warum finde man in den Läden Milch aus Bayern und nicht von der Molkerei um die Ecke? – Es wurde eifrig diskutiert und in diesem Zusammenhang auch unser Lebensstil hinterfragt. Angesichts der Probleme der Weltlandwirtschaft sollte gerade die westliche Welt über Konsumgewohnheiten nachdenken, da diese als Vorbild für andere, besonders Entwicklungsländer dient. Jeder von uns ist dabei gefragt, so das Fazit des Abends: Durch bewußteres Einkaufen (z.B. von mehr gentechnikfreien oder biologischen Lebensmitteln), durch das Unterstützen von Kampagnen oder durchs Wählen gehen und das Ausüben von Druck auf die Politiker!

In diesem Sinne eine außerordentliche Diskussionsrunde, verbunden mit der Hoffnung, dass solche Kulturprojekte öfter in strukturschwachen Regionen wie Vorpommern Station machen.

Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und besonders an den Organisator der Kulturwerkstatt Eggesin.

Markus Schwarz, INKOTA-Referent

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Filmfestival in Herrsching am 19.05.2009

24. Mai 2009

Monsanto — mit Gift und Genen

Vorführung des Films durch die lokale Agenda 21 in Zusammenarbeit mit der Indienhilfe Herrsching und dem Projekt Festival „ueber Macht“. Beginn 19:30 Uhr im Kino Breitwand, Luitpoldstr. 5, Herrsching. Das Kino bietet Platz für 100 Personen und war bis auf 4 Plätze ausverkauft.
Martin Hirte (Agenda 21) gab zuerst eine Einführung zum Film und zu Problemen der Gentechnik. Nach dem Film verließen einige Personen den Raum, es blieben ca. 80-90 Menschen für die Diskussion da. Während der Film mehr die Problematik des Monsanto-Engagements in den USA und Ländern des Südens beleuchtete, stand beim Filmgespräch die Situation in Deutschland im Vordergrund.

Martin Hirte moderierte das Filmgespräch, Dr. Ruth Tippe von der Initiative „Kein Patent auf Leben!“ aus München beantwortete Fragen und Kommentare. Die nach dem Film etwas gedrückte Stimmung ließ bald nach und es kamen viele Wortmeldungen. Die meisten betrafen die Gentechnik inder Landwirtschaft und die Bedeutung der Bio-Patente. Einige Diskussionsteilnehmer berichteten auch von eigenen Erfahrungen als LandwirtInnen. Schließlich wurde noch darüber debattiert, wie sich derkritische Verbraucher verhalten kann. Um 22:40 Uhr beendete Martin Hirtedie Diskussion, die noch sehr wach und lebendig war.

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Dr. Ruth Tippe, Initiative „Kein Patent auf Leben!“

Filmfestival in Lübeck am 10.05.2009

13. Mai 2009

Monsanto – mit Gift und Genen

Kommunales Kino Lübeck, 10.5.2009 im Rahmen des „überMacht-Festivals“

Ca. 50 Menschen waren gekommen, um den Film zu sehen . Das ist für einen Dokumentarfilm im Kommunalen Kin0 (72 Sitzplätze) ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis. Bettina Sick-Folchert von der Eine-Welt Gruppe Lübeck  und Raimund Mödlhammer von Greenpeace, Lübeck begrüßten das Publikum, wobei Raimund bereits auf einige Filminhalte näher hinwies und Greenpeace-Materialien zum Thema vorstellte.

Nach dem Film blieben über 50% der Anwesenden zur Diskussion. Es herrschte eine zutiefst betroffene und auch deprimierte Stimmung. Viele Wortbeiträge mündeten in die Frage: „Was kann man da bloß tun? Nicht nur für uns, sondern auch  für diese betroffenen Bauern in Lateinamerika?“ Und es kamen immer wieder auch resignative Äußerungen wie: „Wir werden ja ohnehin nur betrogen und hinters Licht geführt.“ „Wir sind machtlos.“

Da war es gut, dass Raimund Material zur Futtermittelkampagne von Greenpeace dabei hatte und erklärte, dass in Europa Deklarationspflicht besteht, wenn Lebensmittel gentechnisch verändert sind – allerdings nicht, wenn Tiere mit gentechnisch veränderten Futter gefüttert wurden und der Verbraucher dann deren Fleisch oder Milchprodukte verzehrt.  Und es war gut, dass auf Internetplattformen wie campact.de oder lobbycontrol.de und gerade im Hinblick auf die bevorstehende Europawahl auf das Kooperationsnetzwerk electioncampaign.eu verwiesen werden konnte.  Wie erfolgreich Wählerproteste sein können, hat ja das Verbot des Genmaisanbaus in Deutschland gezeigt.

Dennoch erschien es mir problematisch, dass die Stimmung nach diesem Film eher in Richtung: „Ach, was kann man denn schon machen?“ ging als in Richtung: „Das können wir uns nicht bieten lassen!“  Für die Aufführungen in anderen Städten empfehle ich daher unbedingt, sich auf derartige Fragen vorzubereiten und Handlungsperspektiven zu präsentieren – denn sonst ist ein derartiger Film eigentlich kontraproduktiv gegenüber der Zielrichtung  des Festivals.

Bettina Sick-Folchert, Eine-Welt-Gruppe, Lübeck

Filmfestival in Regensburg am 08.05.2009

13. Mai 2009

Am 8.5. lief im Regensburger Regina-Kino der Film Monsanto vor 150 Zuschauern, danach diskutierten der Grüne Landtagsabgeordnete Sepp Daxenberger, der Imker Karl-Heinz Bablok, der Greenpeace-Aktivist Jörg Dirksen und ich saß für Attac auf dem Podium.

Mehrmals wurde aus dem Publikum bemerkt, dass der exquisit recherchierte Film Ohnmachtsgefühle hinterlässt – ich persönlich verstand das auch als Kritik. Denn so lange nicht ausführlich und deutlich dargestellt wird, was die Alternativen zur gegenwärtigen Entwicklung sind und was jeder einzelne tun sollte, um die aufgezeigten Entwicklungen zu ändern, werden wir scheitern. Auch die Landwirte Sepp Daxenberger und Jörg Dirksen äußerten wiederholt, dass man die Probleme nur gemeinsam, durch ein sich-organisieren in entsprechenden Organisationen und durch politisches Agieren angehen kann. So geriet die Diskussion für meinen Geschmack in die richtige Richtung: Weg von einer reinen Informationsveranstaltung über Monsanto oder die Wirkung des Pollenfluges transgener Pflanzen hin zu einer Veranstaltung, in der politisches Denken geübt wurde: Regulierungen sind nötig, jene durchzusetzen bedarf der Kraft und der Vereinigung Vieler.

Harald Klimenta, Referent & Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland

Artikel über die Filmvorführung und Diskussion in der Mittelbayerischen Zeitung vom 11.05.2009.

Filmfestival in Darmstadt am 24.04.09

13. Mai 2009

Ich möchte mich bei allen Gästen bedanken die es trotz der sommerlichen Temperaturen an einem Freitagabend ins Kino gezogen hat um sich mit dem derzeit kontrovers diskutiertem Thema „Gentechnik in der Landwirtschaft“ auseinander zu setzen. Ausdrücklich bedanken möchte ich mich für die gelungene Organisation des Rex Programmkinos.

Da bereits vor dem Film durch die Attac-Ortsgruppe Darmstadt viele Fragen rund um den Film und zur aktuellen Gentechnikdiskussion in einem einleitendem Vortrag geklärt wurden, und durch diese Verzögerung viele Gäste bereits kurz nach Film gehen mussten, möchte ich für all jene kurz zusammenfassen welche Fragen noch gestellt wurden:

Neben den rechtlichen Haftungsfragen die rund um das Thema Gentechnik in der Landwirtschaft immer wieder auftauchen wurde vor allem die Frage nach der Gendatenbank auf Spitzbergen für Nutzpflanzen aufgeworfen. Dazu ist meiner Meinung nach folgendes zu sagen: Zum einen ist es sicherlich sinnvoll eine solche Datenbank einzurichten um möglichst viele der existierenden genetischen Variationen zu retten. Allerdings läßt sich auch große Kritik, insbesondere bezüglich der Zugangsrechte zum genetischen Material, üben. Denn nun besitzen alle Saatgutunternehmen den Zugriff auf alle konservierten Arten und können diese zu Forschungszwecken unentgeldlich nutzen. Nur für den Falle einer Kommerzialisierung eines Produkts, was auf entnommene Gene zurückzuführen ist, muß eine vom Gewinn abhängige (geringe) Gebühr bezahlt werden. Dieses Vorgehen war möglich da alle Kulturpflanzen weltweit erst aufgrund der jahrtausendelangen Kultivierung von Nutzpflanzen durch Millionen von Kleinbauern entstanden sind. Man erklärte diese somit zum gemeinsamen Erbe der Menschheit. Das heißt, dass niemand mehr rechtliche Ansprüche auf bestehende Arten hat. Im Gegensatz dazu steht die Patentierung von Saatgut durch Konzerne wie Monsanto. Dies ist möglich weil sie Ihre Produkte als neuartig bezeichnen. Stimmen die Patentämter dieser Argumentation zu, sind diese Produkte rechtlich geschützt und dürfen, weil patentiert, weder nachgezüchtet noch zu weiteren Forschungszwecken verwendet werden. Die Konzerne unterbinden damit genau jene Züchterleistung auf die ihr Geschäft basiert und sorgen damit dafür, dass eine natürliche Weiterentwicklung der Nutzpflanzen an sich ändernde Umweltbedingungen nicht mehr stattfindet. Bauern sind dann gezwungen Monsantos Produkte zu kaufen. Damit wurde Biopiraterie legalisiert und Millionen von Kleinbauern enteignet. Für diese Ungerechtigkeit sind die Saargutunternehmen und Ihre Lobbyisten zumindest mitverantwortlich.

Frank Anders, INOKTA-Referent