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Mon810 bleibt vorerst verboten +++ Schädlinge schließen sich Resistenzbewegung an +++ Indien stoppt Monsantos Bt-Aubergine

24. Februar 2010

Vor kurzem berichteten wir über Anbau von Genmais in Deutschland. Gute Nachrichten: Die gentechnisch veränderte Sorte Mon810 bleibt in Deutschland vorerst verboten. Das ursprüngliche Problem bleibt jedoch bestehen: Zwar ruht die Klage Monsantos beim Verwaltungsgericht Braunschweig, Umweltaktivisten vermuten dahinter jedoch eine Strategie des Konzerns. Ziel sei wohl die gesamteuropäische Wiederzulassung zu erreichen. Weitere Infos gibt’s hier.

Die Unkräuter dieser Welt werden immer ungehorsamer. Monsantos Round up kann sie nicht mehr bändigen, wie wir bereits berichteten. Der weltweiten Resistenzbewegung treten nun auch die Schädlinge bei, die sich nicht mehr einfach durch das Bt-Gift töten lassen. Die Gene, die für die Produktion des Giftes verantwortlich sind, werden in transgene Pflanzen eingebaut, um sie resistent gegen bestimmte Schädlinge wie den Baumwollkapselbohrer oder den Maiszünsler (bei Mon810) zu machen. Bleibt zu hoffen, dass sich nicht ähnliche „Superschädlinge“ entwickeln wie neue Unkrautformen aus dem Boden sprießen.

In Indien hat öffentlicher Druck aus Wissenschaft und Umweltbewegung aus gutem Grunde die Bt-Aubergine Monsantos gestoppt. Dieser Druck muss auch in Europa aufrechterhalten werden, wenn die Zulassung von Mon810 und anderem transgenem Saatgut aufgehalten werden soll.

Hakon Albers

INKOTA-netzwerk

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ARD-Polit-Magazin KONTRASTE: Round-Up ist gesundheitsgefährdend

9. Juli 2009

Das Polit-Magazin KONTRASTE berichtet am 9. Juli 2009 über aktuelle Studien, die die Gesundheitsgefärdung des Pflanzenschutzmittels Round-Up belegen. Das Gift wird in Deutschland aber auch in vielen anderen Ländern tonnenweise in der Landwirtschaft eingesetzt. Landwirtschafts- und Verbraucherministerin Aigner verschließt weiterhin die Augen und nimmt die riskanten Auswirkungen des Monsanto-Gifts für Menschen und Natur weiter hin. Es bleibt zu hoffen, dass der öffentliche Druck und die Medienberichterstattung Frau Aigner die Augen öffnet. Den Bericht des ARD Magazins Kontraste gibts hier zum Mitlesen.

Artikel in der taz vom 06.07. zur Gefährlichkeit von RoundUp und dem unzureichenden Vorgehen der Behörden.

Der Bericht von „Kontraste“ als Video:

Filmfestival in Bayreuth am 24.06.2009

29. Juni 2009

Die Veranstaltung gestern Abend war sehr gut besucht, ca. 180 Leute, was aber auch daran lag, dass Professor Clemens seine Studenten „mitbrachte“. Dementsprechend verlief auch danach die Diskussionsrunde, d.h. die Betroffenheit der Zuschauer ließ sich nicht zu einem gemeinsamen Handlungsaufruf verdichten, sondern war vornehmlich vom Bestreben des Professors geprägt, seine Zunft nicht durch so schwarze Schafe wie Monsanto in Misskredit bringen zu lassen. Der Tenor unter seinen Studenten war, dass man nicht mit einem Film allein und schon gar nicht mit einem so offensichtlich tendenziellen wie diesen, sich eine Meinung bilden könne. Bei den meisten (weit weniger gescheiten) hinterließ er doch eine Betroffenheit, die die Zuschauer noch länger beschäftigen wird. So meine ich, war es insgesamt eine gelungene Veranstaltung.

Uwe Neukamm, Die Biobauern e.V. & Aktionsbündnis Gentechnikfreier Landkreis Nürnberger Land

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Mit 160 Zuschauern war der Kinosaal am 24.6. in Bayreuth voll besetzt. Danach wurde lange, intensiv und über die Agro-Gentechnik auch kontrovers diskutiert. Über die Beurteilung der Geschäftspraktiken von Monsanto aber war man sich einig.

Peter Ille, Bund Naturschutz Bayreuth

Filmfestival in Osnabrück am 14.06.2009

16. Juni 2009

In Osnabrück wurde der Film am 14.06. in der Lagerhalle gezeigt. Mit etwas 50 Leuten nicht ganz so gut besucht, wie erwartet/erhofft. Aber ganz OK. Vertreter von Greenpeace und attac standen anschließend dem Publikum noch Rede und Antwort zu weiterführenden Fragen.
Die Diskussion drehte sich vor allem um die Gefahren und die mögliche Einflussnahme. Bei den Gefahren wurde nachgefragt, was es in Deutschland und Europa für einen Stand bei der GVOs gibt und ob der Anbau von gentechnisch-veränderten Sorten auf Versuchsfelder unbedenklich wäre. Antwort: Es gebe bereits in Ländern wie Spanien und Bulgarien Anbau von gentechnisch verändertem Mais. In Deutschland bisher nur Versuchsfelder. Ob Versuchfelder oder flächendeckender Anbau sei vom Prinzip egal. Sobald GVOs freigesetzt sind – und das hat der Film auch gezeigt – kommt es zu Verunreinigungen.

Die Kennzeichnungspflicht in Deutschland wurde angesprochen: Hier gebe es eine, aber die gelte z.B. nicht für tierische Produkte. Wenn also Rinder GV-Soja essen, müsse dies nicht gekennzeichnet werden. Daraufhin wurde gefragt, ob es denn schon Studien gäbe, die belegen würden, dass ein Einfluss auf Tiere vorhanden sei, wenn sie die GVOs essen. Antwort: Ja. Es gibt inzwischen einzelne, die Effekte zeigen, die bedenklich sind. Aber – wie auch der Film zeigt – und wie auch an Beispielen für Deutschland belegbar ist, besteht die Freiheit der Wissenschaft in diesem Bereich kaum noch, sodass eine Vielzahl von kritischen Studien kaum zu erwarten ist.
Zur Frage, wo man Einfluss nehmen könne, wurde betont, dass zwar ein kritischer Konsument wichtig sei und z.B. mit Hilfe des Gentechnik-Einkaufsführers von Greenpeace Möglichkeiten der Wahl hätte, aber das es noch wichtiger ist, sich auch als politischer Mensch zu verstehen. Auch wenn enge Verstrickungen von Großkonzernen mit der EU-Kommission vorhanden sind und der Ministerrat kaum handlungsfähig, wurde dafür plädiert, vor allem auf die EU-Parlamentarier zu wirken.

Daniel Heggemann, Attac Osnabrück

Monsantos RoundUp vor dem Aus?

9. Juni 2009

Einer der führenden Wissenschaftler Argentiniens hat mit einer neuen Untersuchung erhebliche Zweifel an der Sicherheit des Totalherbizids von Monsanto aufkommen lassen. Wie Professor Andres Carrasco, der für die argentinische Armee arbeitet, das Institut für molekulare Embryologie der Universität von Buenos Aires leitet und zudem Präsident des argentinischen Nationalrats für wissenschaftliche und technische Forschung (CONICET) war, in einer Studie herausfand, führt der Wirkstoff Glyphosat (Hauptbestandteil von Monsantos RoundUp) nicht nur bei Amphibien, mit denen die Experimente durchgeführt wurden, sondern auch bei Menschen zu schweren Embryonalschäden.

Laut Financial Times haben daraufhin Umwelt-Anwälte einen sofortigen Stopp des Einsatzes von Roundup beantragt, die argentinische Regierung hat zudem eine Untersuchung angeordnet.

Es wird also eng für Monsanto.

Deren Chef bezeichnete die Untersuchungsergebnisse zwar noch als „shaky“, jedoch würde das geforderte 6-monatige Verbot von Glyphosat (und damit von RoundUp) erhebliche Auswirkungen auf den Konzern als auch auf die Landwirtschaft in Argentinien haben. Das Land entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der größten Getreideproduzenten, gerade von gentechnisch verändertem Soja. Das Soja ist dabei so verändert worden, dass es resistent gegen Monsantos Herbizid RoundUp ist. Wird dieses jetzt verboten, „könnten wir keine Landwirtschaft mehr betreiben“, meint dazu Guillermo Cal von CASAFE, der argentinischen Vereinigung von Düngemittelunternehmen. Etwaige Schäden für den argentinischen Staat, der stark von den Exporteinnahmen von Landwirtschaftsprodukten abhängig ist, sind noch nicht abzuschätzen.

Die Abhängigkeit der Bauern bzw. eines ganzen Staates könnte somit zum Verhängnis werden. Gerade wenn man sich dabei auf eine, wie sich immer deutlicher zeigt, Risikotechnologie einlässt.

Filmfestival in Herford am 27.05.2009

8. Juni 2009

Der Film „Monsanto, mit Gift und Genen“ wurde in der Kleinen Markthalle in Herford am Mittwoch, dem 27. Mai 2009, vormittags um 10.00 Uhr für Schüler und am Abend um 20.00 Uhr für die Allgemeinheit vorgeführt. Filmpartner am Ort waren die Attac-Gruppe Herford und die IPPNW-Gruppe Herford.  […]

Am Mittwochvormittag kamen eine Klasse angehender Landwirte aus dem Berufskolleg in Herford und die Schülerinnen und Schüler eines Biologie-Leistungskurses, Klasse 12, aus Spenge.  […]

Die Vorführung begann mit der filmischen Vorstellung der Filmpartner Greenpeace, Attac, Brot für die Welt und Inkota. Dann folgte die umfangreiche Recherche von Marie-Monique Robin über den Biotechnologie-Konzern Monsanto.  […] Alles in allem dauerte die Vorführung fast zwei volle Stunden. Aus dem Plenum heraus wurde angesagt, dass nun für eine Diskussion keine Gelegenheit mehr sei. Allerdings wurde noch die Frage gestellt, wieviele Jahre denn die Rechte der Firma an dem von ihr verkauften Saatgut andauern könnten. Und jemand legte Wert auf die Feststellung, dass die Selbstmorde der indischen Bauern nicht allein der Firma Monsanto anzulasten seien, sondern dass sie mit dem gesamten Wirtschaftsystem zusammenhingen.

Lothar Bratfisch, Herford, am 05. 06. 2009

Monsanto – mit Gift und Genen in Lich am 27.5.09

2. Juni 2009

Am 27.05.09 machte der Film in Lich bei Gießen Station. Mein besonderer Dank gilt dabei der überragenden Organisation des Kino Traumstern. Mit knapp 100 Gästen in einer kleinen Stadt wie Lich, zudem parallel zum Champions League Finale, gehörte diese Veranstaltung sicherlich proportional zur Größe der Stadt zu den meistbesuchtesten des Festivals.

Ursächlich hierfür waren neben der guten Organisation und der Unterstützung der Initiative „Gentechnikfreie Region Gießen“, der direkte Bezug den viele Menschen im Großraum Gießen zur Gentechnik haben. Der Grund hiefür liegt im Fachbereich Agrarwissenschaften der Uni Gießen, der sich stark mit Gentechnik in der Landwirtschaft auseinandersetzt und diese fördert. Entsprechend emotional war die Diskussionsrunde nach den Film.

Besonders hervorzuheben war hierbei der Beitrag von Gottfried Glöckner, der über seine eigenen Erfahrungen mit der Gentechnikindustrie berichtete. Seine Ausführungen darüber, wie er, sowie einige seiner Kollegen und Mitstreiter, massiv unter Druck gesetzt werden weil sie sich für eine transparente Wissenschaft einsetzen, erschütterte viele Anwesenden. Bemerkenswert war der spontane Applaus der Herrn Glöckner für seine Arbeit zuteil wurde. Weitere Infos zu seiner Arbeit sind auf folgender Website und über Suchmaschinen zu finden: http://www.publiceyeonscience.ch

In Anschluss daran konzentrierte sich die Diskussion auf die Möglichkeiten die wir als Bürger haben um Einfluss zu nehmen. Hierbei wurde deutlich, dass sich viele Anwesenden nicht alleine mit Ihrer Rolle als Wähler, Unterschreiber und Konsument zufrieden geben wollten. Für all jene die der gleichen Meinung sind und sich darüber hinaus engagieren möchten sei folgende Website exemplarisch angegeben: http://www.gendreck-weg.de

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei allen Besuchern für ihre Anwesenheit und die lebhafte Diskussion bedanken.

Frank Anders, INKOTA-Referent