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Mon810 bleibt vorerst verboten +++ Schädlinge schließen sich Resistenzbewegung an +++ Indien stoppt Monsantos Bt-Aubergine

24. Februar 2010

Vor kurzem berichteten wir über Anbau von Genmais in Deutschland. Gute Nachrichten: Die gentechnisch veränderte Sorte Mon810 bleibt in Deutschland vorerst verboten. Das ursprüngliche Problem bleibt jedoch bestehen: Zwar ruht die Klage Monsantos beim Verwaltungsgericht Braunschweig, Umweltaktivisten vermuten dahinter jedoch eine Strategie des Konzerns. Ziel sei wohl die gesamteuropäische Wiederzulassung zu erreichen. Weitere Infos gibt’s hier.

Die Unkräuter dieser Welt werden immer ungehorsamer. Monsantos Round up kann sie nicht mehr bändigen, wie wir bereits berichteten. Der weltweiten Resistenzbewegung treten nun auch die Schädlinge bei, die sich nicht mehr einfach durch das Bt-Gift töten lassen. Die Gene, die für die Produktion des Giftes verantwortlich sind, werden in transgene Pflanzen eingebaut, um sie resistent gegen bestimmte Schädlinge wie den Baumwollkapselbohrer oder den Maiszünsler (bei Mon810) zu machen. Bleibt zu hoffen, dass sich nicht ähnliche „Superschädlinge“ entwickeln wie neue Unkrautformen aus dem Boden sprießen.

In Indien hat öffentlicher Druck aus Wissenschaft und Umweltbewegung aus gutem Grunde die Bt-Aubergine Monsantos gestoppt. Dieser Druck muss auch in Europa aufrechterhalten werden, wenn die Zulassung von Mon810 und anderem transgenem Saatgut aufgehalten werden soll.

Hakon Albers

INKOTA-netzwerk

Gentechnik im Schafspelz: falsche Biobaumwolle aus Indien

22. Januar 2010

Was indische Behörden schon seit April 2009 wussten, ist nun auch in den westlichen Medien angekommen: Baumwollmengen „im gigantischen Ausmaß“, so der Direktor der indischen Agrarbehörde Apeda, seien als biologisch ausgezeichnet worden, stammten jedoch tatsächlich aus gentechnisch veränderten (gv) Baumwollfeldern. Diese Baumwolle hätte die strengen Ökostandards der westlichen Textilunternehmen nie passieren können. Doch anscheinend arbeiteten die privaten Zertifizierungsfirmen der Handelsketten mit Dutzenden Dörfern, die gv-Baumwolle anbauten, Hand in Hand und brachten so die Baumwolle auf den Markt.Textilhändler engagieren oft unabhängige Zertifizierer, die die Einhaltung der Ökostandards in den Produktionsländern überwachen.

Indien produziert rund die Hälfte der weltweit immer beliebter werdenden Biobaumwolle. Unter anderem sind die Ketten H&M, C&A und Tchibo von dem Betrugsfall betroffen, berichtet Financial Times Deutschland. H&M vertreibt beispielsweise seit 2007 die Marke „Organic Cotton“ und wirbt mit hundertprozentig „ökologisch angebauter Baumwolle“.  Die Sprecher von C&A und Tchibo zeigten sich vollkommen überrascht von dem Skandal aus Asien und beteuerten ihr Unwissen.

Man sieht: Nur dem Zertifikat „bio“ glauben, beruhigt höchstens das Gewissen der Konsumenten. Der Skandal aus Indien reiht sich in der jüngsten Geschichte ein, wo selbst Institutionen wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht fähig scheinen effizient und unabhängig die Einfuhr gentechnisch veränderter Organismen (GVO) zu prüfen oder ein gv-Produkt von BASF namentlich im Koalitionsvertrag Erwähnung findet (INKOTA berichtete ). Die Verbraucher sollten stärker (unabhängige!) Informationen einfordern und im Fall Indien vehement an der exakten Klärung der Vorfälle festhalten. Nur durch den Druck der Öffentlichkeit und vor allem ihrer Kunden werden die betroffenen Handelsketten wirksam ihre Lieferkette und ihre Zertifizierer in der Zukunft stärker überwachen. Nur ein weltweites Verbot kann verhindern, dass auch bei uns gentechnisch veränderte Produkte auf den Markt kommen. Der jüngste Fall zeigt, dass Zertifizierungssysteme wieder einmal bei der Umsetzung gescheitert sind.

Laura Möhr,

INKOTA-netzwerk

Indien stoppt Zulassung von Monsanto-Auberginen

21. Oktober 2009

Indiens Umweltminister Jairam Ramesh hat den von Monsanto geplanten Anbau von gentechnisch modifizierten Auberginen, Bt Brinjal, auf Eis gelegt. Am 8. Oktober 2009 wurde eine umfassende Studie des indischen Genetic Engeneering Approval Comitee (GEAC) veröffentlicht, in der die Mehrzahl der beteiligten Wissenschaftler dem Anbau von genveränderten Auberginen grünes Licht gab. Nur drei von zwanzig Wissenschaftlern hatten Mängel in den von Mahyco Monsanto Biotech erstellten Sicherheitsuntersuchungen beklagt. Die drei Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Daten nicht vollkommen unabhängig geprüft wurden. Sie setzen der Behauptung, Bt Brinjal wäre für den menschlichen Verzehr geeignet, die unabhängige Studie des französischen Wissenschaftlers Gilles-Eric Seralini entgegen. Dort wird Bt Brinjal als „potentiell nicht zum menschlichen Verzehr geeignet“ eingestuft. Seralini arbeitet für das Committee for Independent Research and Information on Genetic Engineering.

Umweltminister Ramesh erklärte am 15. Oktober in einer offiziellen Pressemitteilung, dass eine Entscheidung erst nach Anhörung aller Beteiligten getroffen werden könne. Bis zum Jahresende werden öffentliche Kommentare zu der Debatte erbeten. Anfang 2010 wird Ramesh Gespräche mit Wissenschaftlern, Agrarexperten, landwirtschaftlichen Organisationen, Konsumentenvertretern und Nichtregierungsorganisationen führen.

Das Vorgehen des indischen Umweltministers erscheint überlegt und der Tragweite seiner Entscheidung angemessen. Es bleibt zu hoffen, dass Minister Ramesh auch weiterhin kritischen und unabhängigen Parteien in seinem Entscheidungsprozess Gehör schenkt und nicht dem möglichen Druck seitens der Gentechnik-Lobby nachgibt. Besonders vor dem Hintergrund der Studie Seralinis wäre eine Zulassung der Auberginen ein Skandal – in seiner Studie stellt er unter anderem fest, dass Bt Brinjal die Blutgerinnung bei Ziegen und Hasen verlangsamt und ein Protein herstelle, dass immun gegen das Antibiotikum Kanamycin mache. Ratten reagierten mit Durchfall und Gewichtsverlust auf die gentechnisch veränderten Auberginen. Eine derartige Gefährdung der indischen Bevölkerung – ohne die annähernden Auswirkungen auf Menschen zu kennen – wäre höchst fahrlässig.

Laura Möhr, INKOTA-netzwerk

Filmfestival in Herford am 27.05.2009

8. Juni 2009

Der Film „Monsanto, mit Gift und Genen“ wurde in der Kleinen Markthalle in Herford am Mittwoch, dem 27. Mai 2009, vormittags um 10.00 Uhr für Schüler und am Abend um 20.00 Uhr für die Allgemeinheit vorgeführt. Filmpartner am Ort waren die Attac-Gruppe Herford und die IPPNW-Gruppe Herford.  […]

Am Mittwochvormittag kamen eine Klasse angehender Landwirte aus dem Berufskolleg in Herford und die Schülerinnen und Schüler eines Biologie-Leistungskurses, Klasse 12, aus Spenge.  […]

Die Vorführung begann mit der filmischen Vorstellung der Filmpartner Greenpeace, Attac, Brot für die Welt und Inkota. Dann folgte die umfangreiche Recherche von Marie-Monique Robin über den Biotechnologie-Konzern Monsanto.  […] Alles in allem dauerte die Vorführung fast zwei volle Stunden. Aus dem Plenum heraus wurde angesagt, dass nun für eine Diskussion keine Gelegenheit mehr sei. Allerdings wurde noch die Frage gestellt, wieviele Jahre denn die Rechte der Firma an dem von ihr verkauften Saatgut andauern könnten. Und jemand legte Wert auf die Feststellung, dass die Selbstmorde der indischen Bauern nicht allein der Firma Monsanto anzulasten seien, sondern dass sie mit dem gesamten Wirtschaftsystem zusammenhingen.

Lothar Bratfisch, Herford, am 05. 06. 2009