Posted tagged ‘kennzeichnung’

Einkaufsratgeber von Greenpeace

19. Juni 2009

In Deutschland müssen Produkte von Tieren, bei deren Fütterung gentechnisch veränderte Pflanzen verwendet wurden, nicht gekennzeichnet werden. Während dies bei herkömmlichen pflanzlichen Produkten der Fall ist, herrscht bei tierischen Produkten eine erhebliche Kennzeichnungslücke. Zwar gibt es die Möglichkeit eines freiwilligen Siegels, Essen ohne Gentechnikwer jedoch auf Nummer sicher gehen will, der ist meistens überfordert.

Dazu gibt es aber nun Abhilfe: Greenpeace bietet seit kurzem die neue Ausgabe des Gentechnikratgebers 2009 „Essen ohne Gentechnik“ an!

Er listet alle Produkte auf, die mit Sicherheit ohne Gentechnik hergestellt wurden und gibt damit dem überwiegenden Teil der Deutschen, die Gentechnik in Lebensmitteln ablehnen einen Helfer zur Hand.

Zudem stellt der Ratgeber fest, dass immer mehr Unternehmen die Wünsche ihrer Kunden ernst nehmen und ohne Gentechnik produzieren. Als Beispiele sind hier nur der Lebensmittelhändler Tegut, die Molkerei Berchtesgadener Land, die Firma Hipp und ein Großteil der Geflügelfleisch-Industrie zu nennen.

Genaueres gibt es im Ratgeber selbst zu erfahren.

HIER zu bestellen…  oder als Download.

Filmfestival in Eggesin am 27.05.2009

31. Mai 2009

Monsanto – mit Gift und Genen, in der Kulturwerkstatt in Eggesin

In der wohl kleinsten Stadt, in der das Filmfestival „ueber Macht“ Station gemacht hat, versammelten sich am Mittwoch Abend ca. 10 interessierte Gäste, um zum Abschluss der Filmreihe (jeden Mittwoch im Mai wurden je 2 Filme gezeigt) den Film über den Gentechnikkonzern Monsanto anzuschauen. Zwar wurde mit mehr Andrang gerechnet, aber für eine kleine Stadt wie Eggesin ist die Besucherzahl respektabel.

Nachdem während des Films eine gewisse Erschlagenheit ob der gezeigte Machenschaften Monsantos festzustellen war, verlief die anschließende Diskussion doch relativ lebhaft und richtete sich auf die Frage nachdem: Was kann man dagegen tun?

Fast alle Anwesenden beteiligten sich und stellten ihre aufgekommenen Fragen. Zunächst ging es darum, ob die Verbindungen Monsantos in die Politik auch in Deutschland bzw. Mecklenburg-Vorpommern zu finden seien. Dies ist in dem gezeigten Ausmaß natürlich nicht der Fall, die Befürworter von Gentechnik sind aber auch in Deutschland weit verbreitet zu finden. Auch die Frage der Kennzeichnung spiele dabei eine Rolle, eine einheitliche Regelung wäre hier angebracht. Es ging ebenso um die Frage von Saatgutbanken und zudem wurde der verräterische Slogan, dass man mit Gentechnik doch die Welternährung retten könne, entlarvt.

Wie ebenfalls angemerkt wurde, ginge es auch nicht nur um die Macht eines Konzerns wie Monsanto, sondern auch um die Gifte, die mit der „modernen“ Landwirtschaft in die Umwelt geraten und deren Folgen auf Natur und Mensch bei weitem noch nicht erforscht sind, seien es Pestizide für Pflanzen oder Antibiotika für Tiere. Dementsprechend drehte sich die Diskussion bald um die Landwirtschaft im Allgemeinen: Warum könne sich ein Agrarland wie „Meck-Pom“ nicht hauptsächlich regional ernähren? Warum finde man in den Läden Milch aus Bayern und nicht von der Molkerei um die Ecke? – Es wurde eifrig diskutiert und in diesem Zusammenhang auch unser Lebensstil hinterfragt. Angesichts der Probleme der Weltlandwirtschaft sollte gerade die westliche Welt über Konsumgewohnheiten nachdenken, da diese als Vorbild für andere, besonders Entwicklungsländer dient. Jeder von uns ist dabei gefragt, so das Fazit des Abends: Durch bewußteres Einkaufen (z.B. von mehr gentechnikfreien oder biologischen Lebensmitteln), durch das Unterstützen von Kampagnen oder durchs Wählen gehen und das Ausüben von Druck auf die Politiker!

In diesem Sinne eine außerordentliche Diskussionsrunde, verbunden mit der Hoffnung, dass solche Kulturprojekte öfter in strukturschwachen Regionen wie Vorpommern Station machen.

Herzlichen Dank an alle Teilnehmer und besonders an den Organisator der Kulturwerkstatt Eggesin.

Markus Schwarz, INKOTA-Referent

Kaum Lebensmittel „Ohne Gentechnik“

13. Mai 2009

Seit 1. Mai 2008 können Firmen in Deutschland freiwillig tierische Lebensmittel von Kühen, Schweinen oder Hühnern mit einem Label „Ohne Gentechnik“ kennzeichnen, wenn diese kein Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen zu fressen bekommen haben. Bis heute nehmen die Konzerne diese Möglichkeit aber kaum wahr. Die Verbraucherzentrale Hamburg weist im Internet spärliche 14 Anbieter auf, die Lebensmittel mit solch einem Label anbieten. Und das obwohl sich knapp 75% der Bürger, laut einer Forsa-Umfrage, an dem Label „Ohne Gentechnik“ beim Einkauf orientieren würden. Gerade die großen Handelsketten reagieren auf die Wünsche der Verbraucher bis her jedoch nicht.

„Die geringe Verbreitung der Kennzeichnung lässt vermuten, dass diese Futtermittel in großem Umfang eingesetzt werden, ohne dass dies die Verbraucher erfahren. Solange der Gegenbeweis fehlt, müssen Verbraucher davon ausgehen, dass Milch, Eier oder Fleisch, die nicht mit ‚ohne Gentechnik’ gekennzeichnet sind, mit Gentechnik in Berührung gekommen sind“, sagt Christel Lohrey von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die Undurchsichtigkeit für die Käufer entsteht, weil tierische Lebensmittel nicht als gentechnisch verändert gekennzeichnet werden müssen, trotz des Einsatzes gentechnisch veränderter Futtermittel. Die Verbraucherzentrale mahnt hier eine einheitliche Regelung der Politik an, um der Wahlfreiheit der Verbraucher nachzukommen.

Unterstützt die Aktion des BUND, welche Deutschlands größten Lebensmittelhändler EDEKA zur Einführung solch eines Labels auffordert. zur Aktion

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Niedersachsen: hier.