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Filmfestival in Lübeck am 10.05.2009

13. Mai 2009

Monsanto – mit Gift und Genen

Kommunales Kino Lübeck, 10.5.2009 im Rahmen des „überMacht-Festivals“

Ca. 50 Menschen waren gekommen, um den Film zu sehen . Das ist für einen Dokumentarfilm im Kommunalen Kin0 (72 Sitzplätze) ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis. Bettina Sick-Folchert von der Eine-Welt Gruppe Lübeck  und Raimund Mödlhammer von Greenpeace, Lübeck begrüßten das Publikum, wobei Raimund bereits auf einige Filminhalte näher hinwies und Greenpeace-Materialien zum Thema vorstellte.

Nach dem Film blieben über 50% der Anwesenden zur Diskussion. Es herrschte eine zutiefst betroffene und auch deprimierte Stimmung. Viele Wortbeiträge mündeten in die Frage: „Was kann man da bloß tun? Nicht nur für uns, sondern auch  für diese betroffenen Bauern in Lateinamerika?“ Und es kamen immer wieder auch resignative Äußerungen wie: „Wir werden ja ohnehin nur betrogen und hinters Licht geführt.“ „Wir sind machtlos.“

Da war es gut, dass Raimund Material zur Futtermittelkampagne von Greenpeace dabei hatte und erklärte, dass in Europa Deklarationspflicht besteht, wenn Lebensmittel gentechnisch verändert sind – allerdings nicht, wenn Tiere mit gentechnisch veränderten Futter gefüttert wurden und der Verbraucher dann deren Fleisch oder Milchprodukte verzehrt.  Und es war gut, dass auf Internetplattformen wie campact.de oder lobbycontrol.de und gerade im Hinblick auf die bevorstehende Europawahl auf das Kooperationsnetzwerk electioncampaign.eu verwiesen werden konnte.  Wie erfolgreich Wählerproteste sein können, hat ja das Verbot des Genmaisanbaus in Deutschland gezeigt.

Dennoch erschien es mir problematisch, dass die Stimmung nach diesem Film eher in Richtung: „Ach, was kann man denn schon machen?“ ging als in Richtung: „Das können wir uns nicht bieten lassen!“  Für die Aufführungen in anderen Städten empfehle ich daher unbedingt, sich auf derartige Fragen vorzubereiten und Handlungsperspektiven zu präsentieren – denn sonst ist ein derartiger Film eigentlich kontraproduktiv gegenüber der Zielrichtung  des Festivals.

Bettina Sick-Folchert, Eine-Welt-Gruppe, Lübeck

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