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Landwirtschaftsministerin Aigner: Blauer Brief von Campact

18. Januar 2010

Campact hat eine neue Online-Kampagne gestartet: Bei der „Kampagne Gentechnik“ handelt sich um eine Protestaktion gegen den aktuell gentechnikfreundlichen Kurs von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner. Schon knapp 27.000 Menschen haben sich dieser Kampagne angeschlossen und Aigner einen „Blauen Brief“ per E-Mail gesendet. Darin fordern sie die Ministerin auf, zu einer verantwortungsvollen Agrarpolitik in Deutschland und auf EU-Ebene zurückzukehren. Campact nimmt damit Bezug auf die bald in Brüssel bevorstehenden Abstimmungen im EU-Agrarrat über die Zulassung der Genmaissorten BT11 (Syngenta) und BT1507 (Pioneer). Darüber hinaus steht eine Neuabstimmung über die Maissorte MON810 von Monsanto an, die im April 2009 erfolgreich in der Bundesrepublik verboten wurde. Campact fordert Ilse Aigner dazu auf, mit einem klaren „Nein“ gegen die Zulassungen zu votieren und damit ihren umwelt- und verbraucherfreundlichen Kurs der letzten Legislaturperiode wiederaufzunehmen.

INKOTA kann sich der wichtigen Kampagne von Campact nur anschließen und hofft auf viele weitere Unterschriften und einen durchschlagenden Erfolg dieser Aktion!

Zur Protestaktion von campact.de

Laura Möhr,

INKOTA-netzwerk

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China will Genreis und Genmais anbauen

14. Dezember 2009

Das Komitee für biologische Sicherheit des chinesischen Landwirtschaftsministeriums hat die Erlaubnis zum Anbau gentechnisch veränderten Reis und Mais erteilt. Es handelt sich hierbei um in China entwickelte Reis- bzw. Maisvarianten, die in den nächsten zwei bis drei Jahren großflächig angebaut werden sollen.

China, das knapp ein Drittel der weltweiten Reisernte und ein Fünftel der weltweiten Maisernte produziert, erhofft sich vom Anbau der gv-Sorten vor allem weniger Ernteausfälle und eine massive Ertragssteigerung. Der gv-Reis ist resistent gegen Schadinsekten und soll daher weniger Insektizide verbrauchen. Der gv-Mais verfügt über ein zusätzliches Enzym, Phytase, welches Masttiere Phosphor besser verwerten lässt.

Doch lässt die Regierung den Verbraucherschutz bei ihren Entscheidungen, die immerhin über 1,3 Milliarden Chinesen betreffen, vollkommen außer Acht: So wurde zwar die Zulassung veröffentlicht, jedoch keine weiteren Zulassungsunterlagen wie gesundheitliche oder umwelttechnische Informationen zu dem forciertem Anbau der gv-Sorten. Ebensowenig lässt das chinesische Landwirtschaftsministerium die Namen derjenigen verlauten, die die letztendlich bindende Entscheidung trafen.

Umweltschützer kritisieren zudem die Kommerzialisierung der gentechnisch veränderten Grundnahrungsmittel: Das Patentrecht der neu zugelassenen gv-Sorten liegt unter anderem bei ausländischen Firmen – unter anderem Monsanto und Syngenta, zwei der größten Konzerne im Weltagrargeschäft. China verkauft damit nicht nur Patente, sondern auch Kontrollrechte. Es besteht die Gefahr, dass chinesische Kleinbauern und -bäuerinnen unfreiwillig in Abhängigkeitsverhältnisse zu den Agrarkonzernen getrieben werden.

Die restriktive Informationspolitik der chinesischen Regierung erhält zusätzliche Brisanz durch die just veröffentlichte Studie französischer Wissenschaftler über drei gentechnisch veränderte Maissorten des US-Konzerns Monsanto: Sie stellen in ihrer Veröffentlichung sowohl erhebliche Gesundheitsrisiken für die Verbraucher fest als auch gravierende Mängel in den Studien von Monsanto.

Auch die Artenvielfalt von Mais ist durch gv-Varianten bedroht.

Chinas derzeitige Gentechnikpolitik muss also aus verschiedenen Blickwinkeln argwöhnisch beobachtet werden: Einerseits bezüglich der wachsenden Einflussnahme großer Agrarmächte wie Monsantos auf Chinas Landwirtschaft, andererseits wegen der Vertuschung möglicher gesundheitlichen Auswirkungen und Gefahren für die dortigen Verbraucher. Auch ist die Artenvielfalt von Reissorten in China von 43.000 (1946) auf 1.000 (2006) rapide gesunken, was eine Bedrohung der Ernährungssicherheit darstellen könnte.Der Anbau von Gentechnik-Reis wird die Reisvielfalt weiterhin minimieren.

Darüberhinaus stellt sich auch für die EU weiterhin die Frage, wie gut sie ihre Verbraucher vor gentechnisch veränderten Lebensmittelimporten schützen kann, wenn selbst die Gesundheitsrisiken der in der EU zugelassenen Maissorten nicht adäquat erkannt wurden.

Laura Möhr

INKOTA-netzwerk