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Monsantos RoundUp vor dem Aus?

9. Juni 2009

Einer der führenden Wissenschaftler Argentiniens hat mit einer neuen Untersuchung erhebliche Zweifel an der Sicherheit des Totalherbizids von Monsanto aufkommen lassen. Wie Professor Andres Carrasco, der für die argentinische Armee arbeitet, das Institut für molekulare Embryologie der Universität von Buenos Aires leitet und zudem Präsident des argentinischen Nationalrats für wissenschaftliche und technische Forschung (CONICET) war, in einer Studie herausfand, führt der Wirkstoff Glyphosat (Hauptbestandteil von Monsantos RoundUp) nicht nur bei Amphibien, mit denen die Experimente durchgeführt wurden, sondern auch bei Menschen zu schweren Embryonalschäden.

Laut Financial Times haben daraufhin Umwelt-Anwälte einen sofortigen Stopp des Einsatzes von Roundup beantragt, die argentinische Regierung hat zudem eine Untersuchung angeordnet.

Es wird also eng für Monsanto.

Deren Chef bezeichnete die Untersuchungsergebnisse zwar noch als „shaky“, jedoch würde das geforderte 6-monatige Verbot von Glyphosat (und damit von RoundUp) erhebliche Auswirkungen auf den Konzern als auch auf die Landwirtschaft in Argentinien haben. Das Land entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der größten Getreideproduzenten, gerade von gentechnisch verändertem Soja. Das Soja ist dabei so verändert worden, dass es resistent gegen Monsantos Herbizid RoundUp ist. Wird dieses jetzt verboten, „könnten wir keine Landwirtschaft mehr betreiben“, meint dazu Guillermo Cal von CASAFE, der argentinischen Vereinigung von Düngemittelunternehmen. Etwaige Schäden für den argentinischen Staat, der stark von den Exporteinnahmen von Landwirtschaftsprodukten abhängig ist, sind noch nicht abzuschätzen.

Die Abhängigkeit der Bauern bzw. eines ganzen Staates könnte somit zum Verhängnis werden. Gerade wenn man sich dabei auf eine, wie sich immer deutlicher zeigt, Risikotechnologie einlässt.

Monsanto muss Fehler eingestehen

27. April 2009

Die Junge Welt berichtete am Wochenende über ungewöhnliche Vorkommnisse in Südafrika. Dort müssen Bauern erhebliche Ernteverluste hinnehmen. Ursache: Monsantos Genmais weist erhebliche Mängel auf: Die Pflanzen enthalten kaum Körner!

Hier ein Auszug aus dem Artikel:

„Das sind Nachrichten, die ein weltweit führendes Saatgutunternehmen nicht so gern verbreitet sieht: In Südafrika schauen in diesem Jahr die Maisfarmer in die Röhre. Zumindest jene, die den Fehler gemacht haben, beim US-Konzern Monsanto einzukaufen. Nach einem Bericht der Internetausgabe der südafrikanischen Sonntagszeitung Rapport hat die gentechnisch veränderte Maissaat Monsantos auf 82000 Hektar nahezu sterile Pflanzen hervorgebracht. Das Getreide sei normal gewachsen, zeige auch keinerlei Schädlings- oder Pilzbefall, hieß es. Nur die Kolben enthielten sehr wenige oder gar keine Körner. 280 von 1000 Bauern, die drei gentechnisch veränderte Monsanto-Sorten ausgesät hatten, seien betroffen. Der besondere »Clou«: Den Pflanzen war nicht nur die Resistenz gegen ein Unkrautvernichtungsmittel – natürlich eines von Monsanto – gentechnisch eingebaut worden, die Manipulationen sollten auch zu vermehrtem Ertrag führen.

Betroffen sind vermutlich zwischen drei und vier Prozent der südafrikanischen Ernte, wenn man die gesamte Maisanbaufläche des Landes von 2008 zugrunde legt. Umweltschützer forderten eine Untersuchung durch die Regierung und ein sofortiges Verbot aller gentechnisch manipulierten Nahrungsmittel. Letztere sind in Südafrika weit verbreitet, ohne daß es eine Kennzeichnungspflicht gibt. Rapport zitiert Marian Mayet vom »Afrika-Zentrum für Biologische Sicherheit« in Johannesburg. Die geht davon aus, daß der Verlust bei einigen Bauern 80 Prozent betrage. Es könne nicht sein, daß ein einziger Fehler in einem Laboratorium, von dem Monsanto spricht, zu so großen Ausfällen bei gleich drei Sorten führte. Der Fehler sei die Gentechnik, so Mayet. […]“

Ganzer Artikel – hier.