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Monsanto-Befürworter auch unter Obama in hohen US-Ämtern

8. Oktober 2009

„The Change We Need“ wurde zu einer der meistgehörten Parolen Barack Obamas im US-Wahlkampf 2008. Doch dass es nun an ihm ist, einen Wandel in der amerikanischen Haltung gegenüber Gentechnik und Agrokraftstoffen einzuläuten, scheint US-Präsident Obama nicht bemerkt zu haben. Im Gegenteil, er hat bedeutende Ämter mit ehemaligen Führungskräften von Monsanto besetzt. Dass diese ein Umdenken bezüglich „Grüner“ Gentechnik und Agrokraftstoffen in der US-Umweltpolitik bewirken werden, erscheint bei genauerer Betrachtung ihres Werdegangs äußerst fragwürdig:

Landwirtschaftsminister Tom Vilsack: Er galt schon in seinem früheren Amt als Gouverneur von Iowa als starker Sympathisant von Monsanto und anderen Gentechnikunternehmen. Seine Befürwortung der Gentechnik und seine Nähe zu Monsanto wurden innerhalb seiner achtjährigen Amtszeit als Gouverneur u.a. belohnt mit der Wahl zum „Gouverneur des Jahres 2001“ – die Biotech-Industrie zeichnete ihn mit diesem Titel aus. Vilsack revanchierte sich, indem er zwei Umweltpreise verlieh – zynischerweise gerade an eine Pestizidfirma von Monsanto. Schon als Gouverneur setzte er seinen Schwerpunkt auf die Förderung von Biotechnologie und geriet in Kritik durch seine mangelnde Unterstützung der Biobauern und der nachhaltigen Landwirtschaft. Vilsacks offensichtliche Nähe zur Gentechniklobby bewirkte schon bei der Nominierung der Minister einen Proteststurm: Die „Organic Consumer Association“ sandte über 100.000 E-Mails gegen die Ernennung Vilsacks als Agrarminister an Obamas Übergangsteam – leider vergeblich. In seinem momentanen Amt als US-Agrarminister strebt er eine Gesetzgebung an, durch die Städte und Gemeinde das Recht verlieren die Aussaat von gentechnisch modifiziertem Saatgut zu verhindern.

Roger Beachy, Leiter des „National Institute of Food and Agriculture“: Er hatte vorher die Präsidentschaft des Wissenschaftszentrums „Donald Danforth Plant Science Center“ inne, zu dessen Gründung und Finanzierung Monsanto große Teile beigetragen hat. Auch entwickelte Beachy im Auftrag Monsantos genmanipulierte Tomaten an der University of Washington. Beachys Ansichten zu gentechnischen Themen scheinen daher äußerst gefärbt zu sein. So wirbt er in einem Artikel stark für die Vorzüge der gentechnisch modifizierten Pflanzen – den Artikel findet man auf der offiziellen Website von Monsanto.

Michael Taylor, Oberste Experte für Lebensmittelsicherheit in der US-Lebensmittelbehörde FDA: Er war Anfang der 90er als Anwalt für Monsanto tätig und schon früher bei FDA als stellvertretender Politikbeauftragter angestellt. Im Zuge dessen war Taylor auch am Verfassen der Richtlinien bezüglich des Wachstumshormons rBGH von Monsanto beteiligt. Diese Richtlinien enthielten unter anderem ein Verbot für Molkereien damit zu werben, dass ihre Milch frei von rBGH sei.

Dass Präsident Obama seinen Versprechungen zum Trotz derartige Lobbyisten zu machtvollen Positionen innerhalb der US-Regierung und ihren Behörden verschafft hat, stimmt wütend. Der von ihm geforderte „Change“ ist leider noch lange nicht in Sicht.

Laura Möhr, INKOTA netzwerk

Auch neue US-Regierung verbreitet „Grüne Gentechnik“

10. Juni 2009

100 Tage sind seit dem Amtsantritt von Barack Obama schon vergangen und vieles hat er bewegt und vorangebracht. Ganz neue Ideen sprudeln nun aus dem Weißen Haus, auch im Bereich der Landwirtschaft: ein Bio-Gemüsegarten wurde beim Landwirtschaftsministeriums und auch auf dem Gelände des Weißen Haus angebaut. Sogar die Bio-Fürsprecherin Kathleen Merrigan wurde als Staatssekretärin im Landwirtschafts- ministerium nominiert. Ihr möglicher Vorsitzender Tom Vilsack schlägt jedoch ganz andere Töne an: Nach dem G8-Gipfel im Juli will er die „Grüne Gentechnik“ im Rahmen der Außenpolitik von Obama verstärkt einsetzen. So meldete es zumindest die Verbraucherorganisation Organic Consumers Association und empfiehlt seinen Unterstützern, Protestbriefe an den Landwirtschaftsminister zu schicken.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass auch die neue US-Regierung die Gentechnik in der Landwirtschaft weltweit verbreiten will, zugunsten von Konzernen wie Monsanto, und zu Lasten von Millionen von Kleinbauern in der Welt.

Auch die Wissenschaftsberaterin von Condolezza Rice, Nina Fedoroff – eine eindeutige Gentechnikbefürworterin – wurde von der neuen Außenministerin Hillary Clinton einfach übernommen und wirft den Europäern Gentechnikfeindlichkeit vor.

So viel Neues hat Obama dann nun doch wieder nicht gebracht… – zumindest in diesem Bereich.

Gentechnik bringt keine höheren Erträge

29. April 2009

Die Organisation Greenpeace kommt aufgrund einer neuen Studie zu dem Schluss, dass gentechnisch veränderte Pflanzen den Ertrag der Ernten nicht wesentlich steigern. Dabei nehmen sie bezug auf einen Report aus den USA.  Dieser verglich die Erträge aus 13 Jahren Gentech-Anbau mit jenem aus normaler Landwirtschaft. Ergebnis: Während mit traditionell gezüchteten Saatgut die Erträge gesteigert werden konnten, war dies mit gentechnisch verändertem Saatgut nicht oder nur unwesentlich der Fall. Zudem verschärfte sich der Befall mit Unkräutern, was sich zu einem ernsthaften Problem entwickelt.

Die komplette Mitteilung hier.