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FDP will Monsantos Genmais wieder erlauben

9. Oktober 2009

Die FDP hat sich in den laufenden Koalitionsverhandlungen der Arbeitsgruppe Agrar explizit für eine Aufhebung des Anbauverbots von Genmais MON810 ausgesprochen. Die Liberalen fordern zudem eine klare Stellungnahme der CDU. Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) hingegen sprach sich vehement für die Aufrechterhaltung des Anbauverbots aus. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte den Anbau von MON810 im April 2009 durch das BLV verbieten lassen, wogegen Monsanto vergebens klagte.

Falls FDP und CDU sich auf die Aufhebung des Verbotes einigen und somit auf die Aufweichung der Nulltoleranz für in der EU nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen einigen, sind fatale Folgen zu erwarten: Gentechnik ist nicht rückholbar und würde sich bei einer Aussaat unkontrolliert auch auf Nachbarfelder verteilen. FDP und CDU würden durch die Aufhebung des Verbotes die schwerwiegenden Gefahren der „grünen Gentechnik“ ignorieren und der Gentechniklobby – allen voran Monsanto – weiteren Aufwind geben.

Die starke Befürwortung der „grünen Gentechnik“ seitens der FDP lässt sich in ihrem Parteiprogramm 2009 nachlesen. Dort heißt es: „Forscher wollen forschen. […] Fusionsforschung, kerntechnische Sicherheitsforschung, Stammzellforschung, grüne Gentechnik, Biotechnologie und Nanotechnologie und Raumfahrtprojekte dürfen nicht stigmatisiert, sondern müssen in wettbewerblichen Verfahren unter transparenten und verantwortungsvollen Rahmenbedingungen gefördert werden.“

Doch gerade die angestrebte Förderung der Gentechnik bedeutet eine große Gefahr für Landwirte, die auf Gentechnik verzichten: Sie haben massive Wettbewerbsnachteile durch die Aufhebung des Verbotes zu erwarten. Gleichermaßen betroffen wären Verbraucher, die durch eine Lockerung der Nulltoleranz gentechnisch veränderte Produkte nicht mehr von anderen unterscheiden könnten.

Dabei hat eine Forsa-Umfrage, die im April 2009 erschienen ist, ergeben, dass mehr als drei Viertel der deutschen Bevölkerung ein „Ohne Gentechnik“- Siegel auf Produkten sinnvoll finden. Für 73 % der Befragten würde das Siegel maßgeblich für einen Kauf von gentechnikfreien Produkten beitragen. Eine Aufhebung des Verbotes und eine Lockerung der Nulltoleranz wäre daher ein Schlag ins Gesicht für die Verbraucher.

Mit einem weiterhin bestehenden Verbot von Gentechnik kann Deutschland ein Zeichen setzen, dass auch auf andere Länder ausstrahlt. Es bleibt abzuwarten, ob die neue Bundesregierung die Interessen ihrer Wähler oder die der Gentechniklobby wahren will.

Laura Möhr, INKOTA netzwerk

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Filmfestival in Regensburg am 08.05.2009

13. Mai 2009

Am 8.5. lief im Regensburger Regina-Kino der Film Monsanto vor 150 Zuschauern, danach diskutierten der Grüne Landtagsabgeordnete Sepp Daxenberger, der Imker Karl-Heinz Bablok, der Greenpeace-Aktivist Jörg Dirksen und ich saß für Attac auf dem Podium.

Mehrmals wurde aus dem Publikum bemerkt, dass der exquisit recherchierte Film Ohnmachtsgefühle hinterlässt – ich persönlich verstand das auch als Kritik. Denn so lange nicht ausführlich und deutlich dargestellt wird, was die Alternativen zur gegenwärtigen Entwicklung sind und was jeder einzelne tun sollte, um die aufgezeigten Entwicklungen zu ändern, werden wir scheitern. Auch die Landwirte Sepp Daxenberger und Jörg Dirksen äußerten wiederholt, dass man die Probleme nur gemeinsam, durch ein sich-organisieren in entsprechenden Organisationen und durch politisches Agieren angehen kann. So geriet die Diskussion für meinen Geschmack in die richtige Richtung: Weg von einer reinen Informationsveranstaltung über Monsanto oder die Wirkung des Pollenfluges transgener Pflanzen hin zu einer Veranstaltung, in der politisches Denken geübt wurde: Regulierungen sind nötig, jene durchzusetzen bedarf der Kraft und der Vereinigung Vieler.

Harald Klimenta, Referent & Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland

Artikel über die Filmvorführung und Diskussion in der Mittelbayerischen Zeitung vom 11.05.2009.