Archive for the ‘Berichte vom Filmfestival’ category

Filmfestival in Bonn am 18.11.2009

20. November 2009

An diesem schönen Mittwoch stand der Film Monsanto – mit Gift und Genen zum ersten Mal auf dem Programm des Filmfestivals „ueber macht“ im Rex-Lichtspieltheater in Bonn.

Neben dem INKOTA-Netzwerk war auch die AG Gentechnik der Attac-Gruppe Bonn vertreten, sowie mehrere Unterstützer der lokalen Greenpeace-Gruppe, die zudem einen ausführlichen Info-Stand vorbereitet hatten und ihren vor kurzem herausgegebenen  Gentechnik-Ratgeber 2009 verteilten. Schon eine Viertelstunde vor Beginn des Films drängten sich zwischen 100-120 Interessierte in den Vorraum des Kinos und warteten geduldig auf den Einlass. Diskutiert wurde ebenfalls schon und der Film ließ noch mehr Fragen aufkommen…

So blieb im Anschluss der Filmvorführung mehr als die Hälfte der Zuschauer zur Diskussion und stellten eifrig Fragen, bis fast tief in die Nacht.

Von dem zum Teil sehr fachkundigem Publikum kamen zunächst gezielte Fragen zu dem im Film gezeigten Monsanto-Herbizid Roundup und inwieweit dieses zu Umweltbelastungen führt und wie dabei die staatliche Kontrolle z.B. in Deutschland aussieht. Nach dem Hinweis auf Resistenzen, die sich gegen Roundup mittlerweile bei Wildkräutern gebildet haben, wurden dann zunehmend Fragen bezüglich anderer Themen beantwortet: Könne man denn mit Gentechnik zur Bekämpfung des Welthungers beitragen? (klare Antwort: NEIN) oder Welche Beziehungen hat Monsanto zu deutschen bzw. europäischen Kontroll- und Zulassungsbehörden?

Auch die entwicklungspolitische Bedeutung von Patenten, die mit der Gentechnik verbunden sind und Kleinbauern in eine starke Abhängigkeit bringen, wurde angesprochen, angesichts des kürzlich zu Ende gegangenen Welternährungsgipfel nicht unwichtig.

Letztendlich zeigte die Diskussion aber immer wieder die Bedeutung dieses Festivals ganz deutlich: Das Aufzeigen von Machtstrukturen, das Hinterfragen dieser und das Diskutieren über Wege, was man anders machen kann. Und da gibt es im Bereich der Gentechnik sehr viele Ansatzmöglichkeiten… – der Ratgeber von Greenpeace, Unterschriftaktionen, das Nachfragen bei Unternehmen und Lebensmittelkonzernen, das Unterstützen entwicklungspolitischer Projekte und nicht zu vergessen der Druck auf die Politiker.

Viele Möglichkeiten und noch viel zu tun…

Für die hervorragende Organisation und Werbung, Vielen Danke an die Organisatoren des Festivals, sowie den Vertretern von Greenpeace und Attac.

INKOTA-Referent Markus Schwarz

Der Film wird übrigens am Samstag (21.11.) um 15Uhr noch einmal gezeigt – wiederum mit einer Diskussionsveranstaltung im Anschluss.

Filmfestival in Braunschweig am 04.09.2009

10. November 2009

Am 4. September 2009 stand die Braunschweiger Greenpeace Gruppe im Cinemaxx Braunschweig, um als Filmpartner für den Dokumentarfilm Monsanto- Mit Gift und Genen

Auskunft und Informationsmaterial an alle Filmbesucher auszugeben. Die Dokumentation der Französin Marie Monique Robin war Teil des Filmfestes uebermacht und deckt die Machenschaften des amerikanischen Gentech-Riesen Monsanto auf, der seit Jahren hochgiftige Pestizidmittel auf den Markt bringt.

Neben weiteren Gruppen aus Braunschweig wie den Ökoscouts wurde mit  Info-Ständen, Bannern und Luftballons auf das Thema aufmerksam gemacht. Nach dem Film hatten die zahlreichen Besucher die Möglichkeit, bei Häppchen und Getränken ins Gespräch (und in Diskussionen) zu kommen.

 

Audrey Duval,

Greenpeace Gruppe Braunschweig

Filmfestival in Nürnberg

26. Oktober 2009

Am Tag des Wintereinbruchs in Bayern kamen über 30 Gäste ins Casablanca Kino in der Nürnberger Südstadt, um sich die Monsanto-Dokumentation anzusehen. Nach der Filmvorführung votierten die anwesenden Gäste für eine kurze Pause, um sich mit Getränken einzudecken und sich zu sammeln. Zwar waren sich alle Gäste der aufgezeigten Problematik bewusst, jedoch weniger der wohl unterschätzten Dimensionen. Auch während der Diskussion machte sich eine Stimmung der Macht- und Mutlosigkeit breit. Wie kann man sich gegen so starke Konzerne und deren Lobbyarbeit wehren? Warum scheint die Gefahr von der Politik nicht erkannt zu werden? Was läuft hinter den Kulissen ab? Und wie kann man sich doch engagieren?

Die Vertreter von BUND, Greenpeace und INKOTA zeigten dazu einfache und für jeden durchzuführende Wege auf. Vom eigenen Konsumverhalten über die Beeinflussung der öffentlichen Beschaffung von Kantinen und Mensen und bis hin zum Engagement in politischen Organisationen.

Interessant war sicherlich auch die Ausblicke auf die politischen Prozesse nach der Bundestagswahl und inwiefern sich diese auf den Umgang mit der Gentechnik in der Landwirtschaft positionieren wird. Dabei wurde der Befund gestellt, dass dieses Thema trotz seiner Exemplarität für das politische Handeln aufgrund der Wirtschaftkrise in den Hintergrund gerückt zu sein scheint.

Trotzdem gingen alle Anwesenden mit einem Gefühl der Kampfbereitschaft aus dem Kino und nahmen sich vor, das Thema in zumindest in Ihren Bekanntenkreis zu tragen und somit eine größere Öffentlichkeit zu schaffen.

Großen Dank möchte ich an dieser Stelle noch der großartigen Organisation der lokalen Filmpartner aussprechen.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Filmfestival Bergisch-Gladbach 30.09.09

6. Oktober 2009

65 Besucher, darunter viele Schüler, fanden sich am Mittwoch Abend im Viktoria-Kino in Bergisch-Gladbach ein, um sich über die Methoden des Monsanto-Konzerns zu informieren.

Nach dem Film herrschte zunächst eine gedrückte Stimmung die sich jedoch durch eine geschickte Moderation in Empörung und Kampfbereitschaft änderte.

Leider musste festgestellt werden, dass man, nach der für die Gentechnikgegner wohl verlorenen Bundestagswahl, nicht mehr auf politische Unterstützung für sein Anliegen hoffen kann. Der Handlungsrahmen hat sich dadurch zwar etwas verengt, aber umso wichtiger sind nun bürgerliche Initiativen. Hierbei wurden diverse Handlungsmöglichkeiten vorgestellt. Von der Beteiligung an Unterschriftenaktionen über das regelmäßige Informieren zur Sache sowie aufgeklärtes Kaufverhalten bis hin zu Bürgerinitiativen für gentechnikfreie Regionen und Einflussnahme auf die öffentliche Beschaffung. Alle Anwesenden verließen daraufhin das Kino mit dem Vorhaben sich in Mensen und Kantinen für gentechnikfreie Nahrung einzusetzen.

Gerade im Nachklang der Bundestagswahl war dieser Abend ein großer Erfolg. Es hat sich gezeigt, dass die Aktivisten nicht resignieren, sondern im Gegenteil mehr denn je handeln wollen.

Vielen Dank möchte ich an das Mehrgenerationenhaus in Bergisch-Gladbach aussprechen die für eine tolle Organisation gesorgt haben.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Filmfestival Remscheid 23.09.09

6. Oktober 2009

Die Denkerschmette in Remscheid bot eine ungewöhnliche, aber umso charmantere Atmosphäre für die Filmvorführung, zu der sich knapp30 Besucher einfanden.

Nach dem Film entwickelte sich eine angeregte Diskussion und Erfahrungsaustausch. So berichtete ein Hühnerzüchter, dass es für ihn sehr schwer sei an gentechnikfreies Futtermittel zu gelangen. Außerdem seien die Preise dafür enorm gestiegen. Auf Nachfrage bei seinem Händler wieso das so sei, bekam er die Antwort dass die Nachfrage nach gentechnikfreien Futter zu gering sei und es kompliziert wäre, es in entsprechenden Mengen zu beziehen.

Eine weitere Wortmeldung kam von einer engagierten Mutter, die versucht an den Schulen Ihrer Kinder ausschließlich gentechnikfreie Speisen in der Mensa durchzusetzen. Sie berichtete wie schwer es war ein Bewusstsein für die Problematik bei Schulleitung und Elternvertretern zu schaffen. Auch hier wurden ähnliche Gründe angegeben wie bei der Futtermittelbeschaffung. Es sei angeblich schwierig dauerhaft in ausreichenden Mengen garantiert gentechnikfreie Produkte zu beschaffen. Außerdem seien diese erheblich teurer.

Alle Anwesenden honorierten dieses Engagement, zeigten Interesse an der Initiative und sicherten Ihre Unterstützung zu.

Auch aufgrund des Zustandekommens dieser Kontakte war die Veranstaltung ein großer Erfolg und es bleibt zu hoffen, dass sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt.

Danken möchte ich ganz besonders Herrn Ulbrich von der Remscheider Denkerschmette für die schöne Organisation und den lokalen Gruppen von Attac und dem BUND für Ihre Unterstützung.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Filmfestival Düsseldorf 19.09.2009

21. September 2009

Trotz wunderschönem Spätsommerwetter und fanden sich am Samstag Abend im Bambi Filmtheater 35 Menschen ein um sich über die Machenschaften des Monsanto-Konzerns und der Gentechniklobby zu informieren.

Leider war der zeitliche Rahmen viel zu kurz gefasst. Weder vor der Aufführung noch danach ergab sich die Möglichkeit den Besuchern weitere Informationen mit auf den Weg zu geben, da bereits der nächste Film im Kinosaal gezeigt werden sollte.

Daher blieb nur der Hinweis auf verschiedene Webseiten, das kostenlose Informationsmaterial und die Möglichkeiten sich zu engagieren.

Trotz des geringen Platzangebots im Foyer des Kinos ergab sich jedoch die Möglichkeit in Kleingruppen über den Film zu reden. Hierbei drückten alle Beteiligten ihr Entsetzen über das Vorgehen der multinationalen Saatgutkonzerne aus. Vielen war durchaus bewusst, dass es hierbei nicht immer mit „sauberen“ Mitteln zugeht. Die Dimensionen waren aber offensichtlich nicht allen bewusst. Insbesondere was die Skrupellosigkeit angeht, mit der auch persönliche Schicksale in Kauf genommen werden wurden als besonders schockierend aufgenommen. Ebenso überrascht war ein Großteil meiner Gesprächspartner angesichts der Tatsache, dass auch sie höchstwahrscheinlich schon mit genmanipulierten Nahrungsmitteln in Kontakt gekommen seien und somit zu Versuchskaninchen der Industrie wurden.

Der Hinweis, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist und sich diese Problematik in den Ländern des Südens noch viel extremer darstellt rief Entrüstung und Wut hervor.

So geriet der Abend trotz der organisatorischen Probleme letztlich noch zu einen Erfolg und brachte vielen Besuchern die Erkenntnis, dass es sich lohnt, seine Wahlentscheidung auch unter dem Gesichtspunkt der Haltung der jeweiligen Parteien zur Gentechnik zu treffen.

Vielen Dank möchte ich an dieser Stelle noch an die Vertreter von Greenpeace, dem Nicaragua-Verein Düsseldorf e.V., und dem Netzwerk Demokratie Düsseldorf richten, die zum gelungenen Abend beigetragen haben.

Frank Anders, INKOTA-Referent

Filmfestival in Dresden am 05.09.2009

8. September 2009

Am Samstag fanden sich am späten Nachmittag ca. 50 interessierte Gäste ins Programmkino Ost in Dresden ein, um den Dokumentarfilm über die Machenschaften des US-Gentechnikkonzerns Monsanto zu sehen. Eine ganze Schulklasse war anwesend und der große Teil des Auditoriums blieb nach dem kopf-schütteln-verursachenden Film zur Diskussion im Saal, die von mir und Jakob Ihde von der Jugendgruppe Greenpeace in Dresden geleitet wurde.

Man merkte sofort, dass das Thema sehr viele Fragen aufwirft, die eine starke Ungewissheit in sich trugen: Wie viel GVOs werden zur Zeit überhaupt in Deutschland angebaut? Wie sieht es dabei mit der Sicherheit vor Kontamination aus? Und was kann man gegen diesen Konzern bzw. gegen Gentechnik in der Landwirtschaft tun?

Zunächst verwiesen wir auf die vielen Information(squellen), die es zu dem Thema gibt, wie z.B. das Standortregister, in dem alle Flächen aufgelistet sind, auf denen GVOs angebaut werden, und zum anderen z.B. die Ratgeber, die es dem Verbraucher erleichtern können, ohne Gentechnik zu essen. Bioprodukte sind dabei eine Variante, aber auch Artikel mit dem neuen, nun auch einheitlichen Siegel „Ohne Gentechnik“.

Im Zentrum der Diskussion stand aber die Gefahr der Kontamination unserer Nahrungsmittel durch gentechnisch veränderte Organismen, sei es durch Verunreinigung von Saatgut oder durch Einfuhren aus dem Ausland. Als Schlussfolgerung wurde betont, dass man dann alle GVOs in Deutschland, besser noch in Europa verbieten müsse, um diese Gefahr zu bannen.

Dafür wird so langsam die Möglichkeit geschaffen, da die EU darüber nachdenkt, jedem Land selbst zu überlassen, ob es GVOs anbauen will oder nicht. (ein EU-weites einheitliches Verbot wäre natürlich besser) Und auch andere Länder müssten darauf reagieren, wenn die EU als großer „Abnehmer“ von Nahrungsmitteln diese Entscheidung trifft.

Dies bietet wiederum uns als Wählern die große Chance, genau auf diese Politik Einfluss zu nehmen. Es ist nicht nur unsere Verantwortung als Konsument, eine bedachte Entscheidung beim Einkauf zu treffen, sondern auch als Wähler, genau die Personen und Parteien zu wählen, die sich gegen Gentechnik aussprechen… – so das Fazit der Diskussionsrunde. Nicht nur Greenpeace bietet dazu einen Ratgeber an, sondern auch INKOTA klärt mit seinem Kandidatencheck über die Positionen der Direktkandidaten auf.

In diesem Sinne ein gelungener Abend. Vielen Dank an die Organisatoren und an Jakob Ihde von Greenpeace Dresden.

Markus Schwarz, INKOTA-Referent